Sonntag, 24. Februar 2013

Das Bewusstseins-Kontinuum

Vor einigen Tagen habe ich im Buch "Out of Body" von William Buhlman geblättert und bin auf ein Kapitel über das Bewusstseins-Kontinuum gestossen, das ich hier wiedergeben möchte, da es sehr schön beschreibt, wie ausserkörperliche Erfahrungen und luzide Träume im Vergleich zu unserem Wach- und Alltagsbewusstsein einzuordnen sind:

Bewusstsein ist ein Kontinuum, das sich von physischer Wachsamkeit durch fortschreitende Bewusstseinszustände bis in nicht-physische Bereiche des Universums erstreckt, die weit jenseits unseres gegenwärtigen naturwissenschaftlichen Blicks existieren. Dieses Bewusstseins-Kontinuum ist so gross und mannigfaltig wie das Universum selbst; jedes Mal, wenn wir einschlafen, verlagern wir unser Bewusstsein innerhalb des Kontinuums innerlich. Jeder Traum, jede Meditation, jede Hypnosesitzung ist ein Blick in das Kontinuum unseres persönlichen Bewusstseins. Diese Erkenntnis bringt uns in unserer Entwicklung einen bedeutsamen Schritt nach vorn. Es ist nur natürlich, dass wir zuerst die verschiedenen im Schlaf, bei der Meditation und in klaren Träumen erlebten Bewusstseinszustände erkunden müssen, bevor wir überhaupt erkennen können, dass diese Bewusstseinszustände durch einen gemeinsamen Bewusstseinsstrom miteinander verbunden sind.

Alle Bewusstseinszustände hängen zusammen; selbst der Tod ist nichts anderes als die Bewegung des Bewusstseins von einem Bereich des Kontinuums zu einem anderen. Das Bewusstseins-Kontinuum ist nicht bloss eine weitere Theorie, sondern eine Tatsache, die jeder von uns selbst beobachten und überprüfen kann. Kontrollierte ausserkörperliche Erfahrungen verschaffen uns die einzigartige Gelegenheit, das Energiekontinuum aus erster Hand zu erkunden. In gewissem Sinne ist unser Bewusstsein wie ein Licht, das über die natürliche Fähigkeit verfügt, jeden Teil des Universums zu erleuchten. Ganz gleich, auf welchen Bereich des Universums wir (im physischen Körper oder ausserhalb) unser Licht richten, er wird für uns bewusst und real.
Alle Bewegung des Bewusstseins vollzieht sich innerlich, im nichtphysischen Innern des Universums. Die Bewusstseinszustände, die wir zur Zeit beobachten, sind nur ein winziger Bruchteil des Ganzen. Das Kontinuum erstreckt sich bis tief in die nichtphysischen Bereiche des Universums und übersteigt bei weitem unsere momentane "physikalische Vorstellungskraft"

Die nachfolgend (s. unten) erläuterten Bewusstseinszustände sind nicht das Kontinuum selbst, sondern unsere Art und Weise oder Methoden, dieses Bewusstseins-Kontinuum wahrzunehmen. Die unterschiedlichen Bewusstseinszustände, wie der meditative, der hypnagogische und der hypnotische, überschneiden sich offensichtlich und existieren für die verschiedenen Menschen auf unterschiedliche Art. Meditative Zustände beispielsweise können sich über das gesamte Spektrum des Bewusstseins-Kontinuums erstrecken, aber die meisten Menschen erleben nur einen friedlichen Entspannungszustand, der im schwachen Alpha-Bereich auftritt. Bei der überwiegenden Mehrzahl derjenigen, die Meditation praktizieren, handelt es sich nicht um geübte Joga-Meister, die ihr Bewusstsein nach Blieben kontrollieren und erweitern können. 

Wichtig ist es, zu erkennen, dass unsere individuellen Bewusstseinszustände als Vorstellungen oder Teile eines Ganzen existieren. Diese Erkenntnis ist der erste bedeutende Schritt hin zum Verständnis der nichtphysischen Natur und der Funktion von Bewusstsein. Ein solches Verständnis ist von entscheidender Bedeutung, weil alle Rätsel unserer Existenz und des Universums selbst mit Bewusstsein zusammenhängen. Das wird in naher Zukunft bestätigt werden, wenn man feststellt, dass unser individuelles Bewusstsein ein Mikrokosmos des Universums selbst ist. Träume, ausserkörperliche und Nahtodes-Erfahrungen bedeuten die Anerkennung unseres Bewusstseins, da wir über den physischen Standpunkt hinausgehen und das nicht-physische Bewusstseins-Kontinuum erforschen. Diese Vorstellung von sich durch ein unsichtbares Universum bewegendem menschlichen Bewusstsein gewinnt zunehmend an Rückhalt. Der Physiker und Autor Fred Alan Wolf behauptet, luzides Träumen sei in Wahrheit ein Besuch in parallelen Universen. Er hat wiederholt erklärt, dass man bei luzidem Träumen besser vom "Bewusstsein eines parallelen Universums" sprechen sollte. 

Die Bewusstseinszustände, von denen wir gegenwärtig wissen, sind, so behaupte ich, nichts als ein winziger Bruchteil des Kontinuums, das wir erleben werden, wenn wir unseren physischen Körper erst einaml dauerhaft abgelegt haben. Jedes Jahr liefern Millionen von Nahtodes- und ausserkörperlichen Erfahrungen den überzeugenden Beweis, dass dies tatsächlich so ist. Im Zustand der Ausserkörperlichkeit gemachte Beobachtungen zeigen, dass unsere momentane Vorstellungen von Bewusstsein und Bewusstheit sehr begrenzt sind. Verglichen mit den nichtphysischen Zuständen, sind physisch fundierte Bewusstseinszustände relativ plump und überladen. Wenn wir erst einmal über unser biologisches Vehikel hinausgehen, steht es uns frei, die grenzenlose Essenz unseres Bewusstseins zu erleben. Diese Essenz existiert weit jenseits unserer Vorstellungskraft. 

Das Kontinuum des Bewusstseins erstreckt sich im Innern bis mitten in den Kern des Universums; nicht enden wollende Ebenen und Frequenzen nichtphysischen Lebens und nichtphysischer Realitäten existieren direkt jenseits der dichten Grenzen unserers Blicks. Jeder von uns hat vieles, auf das er sich freuen kann: unglaubliche Welten voller Schönheit und Licht, die geduldig darauf warten, von uns erkundet zu werden. Um diese Teile von uns selbst zu erleben, müssen wir unser Bewusstsein einfach über unseren physischen Körper hinaus erweitern und unser individuelles Bewusstsein- Kontinuum erkunden.

Aus "Out of Body" (S. 146-149, erschienen 1996) von William Buhlman

 

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