Vor einigen Tagen habe ich im Buch "Out of Body" von William Buhlman geblättert und bin auf ein Kapitel über das Bewusstseins-Kontinuum gestossen, das ich hier wiedergeben möchte, da es sehr schön beschreibt, wie ausserkörperliche Erfahrungen und luzide Träume im Vergleich zu unserem Wach- und Alltagsbewusstsein einzuordnen sind:
Bewusstsein
ist ein Kontinuum, das sich von physischer Wachsamkeit durch
fortschreitende Bewusstseinszustände bis in nicht-physische
Bereiche des Universums erstreckt, die weit jenseits unseres
gegenwärtigen naturwissenschaftlichen Blicks existieren. Dieses
Bewusstseins-Kontinuum ist so gross und mannigfaltig wie das
Universum selbst; jedes Mal, wenn wir einschlafen, verlagern wir
unser Bewusstsein innerhalb des Kontinuums innerlich. Jeder Traum,
jede Meditation, jede Hypnosesitzung ist ein Blick in das Kontinuum
unseres persönlichen Bewusstseins. Diese Erkenntnis bringt uns
in unserer Entwicklung einen bedeutsamen Schritt nach vorn. Es ist
nur natürlich, dass wir zuerst die verschiedenen im Schlaf, bei
der Meditation und in klaren Träumen erlebten
Bewusstseinszustände erkunden müssen, bevor wir überhaupt
erkennen können, dass diese Bewusstseinszustände durch
einen gemeinsamen Bewusstseinsstrom miteinander verbunden sind.
Alle
Bewusstseinszustände hängen zusammen; selbst der Tod ist
nichts anderes als die Bewegung des Bewusstseins von einem Bereich
des Kontinuums zu einem anderen. Das Bewusstseins-Kontinuum ist nicht
bloss eine weitere Theorie, sondern eine Tatsache, die jeder von uns
selbst beobachten und überprüfen kann. Kontrollierte
ausserkörperliche Erfahrungen verschaffen uns die einzigartige
Gelegenheit, das Energiekontinuum aus erster Hand zu erkunden. In
gewissem Sinne ist unser Bewusstsein wie ein Licht, das über die
natürliche Fähigkeit verfügt, jeden Teil des
Universums zu erleuchten. Ganz gleich, auf welchen Bereich des
Universums wir (im physischen Körper oder ausserhalb) unser
Licht richten, er wird für uns bewusst und real.
Alle
Bewegung des Bewusstseins vollzieht sich innerlich, im
nichtphysischen Innern des Universums. Die Bewusstseinszustände,
die wir zur Zeit beobachten, sind nur ein winziger Bruchteil des
Ganzen. Das Kontinuum erstreckt sich bis tief in die nichtphysischen
Bereiche des Universums und übersteigt bei weitem unsere
momentane "physikalische Vorstellungskraft"
Die nachfolgend (s. unten) erläuterten
Bewusstseinszustände sind nicht das Kontinuum selbst, sondern
unsere Art und Weise oder Methoden, dieses Bewusstseins-Kontinuum
wahrzunehmen. Die unterschiedlichen Bewusstseinszustände, wie
der meditative, der hypnagogische und der hypnotische, überschneiden
sich offensichtlich und existieren für die verschiedenen
Menschen auf unterschiedliche Art. Meditative Zustände
beispielsweise können sich über das gesamte Spektrum des
Bewusstseins-Kontinuums erstrecken, aber die meisten Menschen erleben
nur einen friedlichen Entspannungszustand, der im schwachen
Alpha-Bereich auftritt. Bei der überwiegenden Mehrzahl
derjenigen, die Meditation praktizieren, handelt es sich nicht um
geübte Joga-Meister, die ihr Bewusstsein nach Blieben
kontrollieren und erweitern können.
Wichtig
ist es, zu erkennen, dass unsere individuellen Bewusstseinszustände
als Vorstellungen oder Teile eines Ganzen existieren. Diese
Erkenntnis ist der erste bedeutende Schritt hin zum Verständnis
der nichtphysischen Natur und der Funktion von Bewusstsein. Ein
solches Verständnis ist von entscheidender Bedeutung, weil alle
Rätsel unserer Existenz und des Universums selbst mit
Bewusstsein zusammenhängen. Das wird in naher Zukunft bestätigt
werden, wenn man feststellt, dass unser individuelles Bewusstsein ein
Mikrokosmos des Universums selbst ist. Träume, ausserkörperliche
und Nahtodes-Erfahrungen bedeuten die Anerkennung unseres
Bewusstseins, da wir über den physischen Standpunkt hinausgehen
und das nicht-physische Bewusstseins-Kontinuum erforschen. Diese
Vorstellung von sich durch ein unsichtbares Universum bewegendem
menschlichen Bewusstsein gewinnt zunehmend an Rückhalt. Der
Physiker und Autor Fred Alan Wolf behauptet, luzides Träumen sei
in Wahrheit ein Besuch in parallelen Universen. Er hat wiederholt
erklärt, dass man bei luzidem Träumen besser vom
"Bewusstsein eines parallelen Universums" sprechen sollte.
Die
Bewusstseinszustände, von denen wir gegenwärtig wissen,
sind, so behaupte ich, nichts als ein winziger Bruchteil des
Kontinuums, das wir erleben werden, wenn wir unseren physischen
Körper erst einaml dauerhaft abgelegt haben. Jedes Jahr liefern
Millionen von Nahtodes- und ausserkörperlichen Erfahrungen den
überzeugenden Beweis, dass dies tatsächlich so ist. Im
Zustand der Ausserkörperlichkeit gemachte Beobachtungen zeigen,
dass unsere momentane Vorstellungen von Bewusstsein und Bewusstheit
sehr begrenzt sind. Verglichen mit den nichtphysischen Zuständen,
sind physisch fundierte Bewusstseinszustände relativ plump und
überladen. Wenn wir erst einmal über unser biologisches
Vehikel hinausgehen, steht es uns frei, die grenzenlose Essenz
unseres Bewusstseins zu erleben. Diese Essenz existiert weit jenseits
unserer Vorstellungskraft.
Das
Kontinuum des Bewusstseins erstreckt sich im Innern bis mitten in den
Kern des Universums; nicht enden wollende Ebenen und Frequenzen
nichtphysischen Lebens und nichtphysischer Realitäten existieren
direkt jenseits der dichten Grenzen unserers Blicks. Jeder von uns
hat vieles, auf das er sich freuen kann: unglaubliche Welten voller
Schönheit und Licht, die geduldig darauf warten, von uns
erkundet zu werden. Um diese Teile von uns selbst zu erleben, müssen
wir unser Bewusstsein einfach über unseren physischen Körper
hinaus erweitern und unser individuelles Bewusstsein- Kontinuum
erkunden.
Aus "Out of Body" (S. 146-149, erschienen 1996) von William Buhlman
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