Samstag, 13. April 2013

Luzide Traumebenen

Wie eingangs erwähnt, wende ich keine bestimmten Techniken an und übe auch nicht konsequent um luzide Träume oder ausserkörperliche Erfahrungen hervorzurufen. Ich schreibe jedoch immer meine Erlebnisse auf, sofern ich etwas erinnern kann, und ich beschäftige mich auch tagsüber viel mit den Themen Träume und ausserkörperlichen Erfahrungen. Ich lese darüber, recherchiere im Internet oder schaue mir etwas an, unterhalte mich mit anderen Personen darüber, setze mich gedanklich damit auseinander oder schreibe etwas in meinen Blog. Auch wenn ich so auf eher indirektem Weg an die Erforschung von Träumen und AKE und damit die Weiterentwicklung meiner Fähigkeiten herangehe, verfolge ich mit grossem Interesse, was andere Bewusstseinsforscher für Techniken entwickeln und Erkenntnisse erzielen. Ein britischer Traumforscher ist z.b. Reece Jones, der seine Erfahrungen und Techniken über youtube Videos an eine grosse Schar von Zuschauern weitergibt. Er hat eine Einteilung von luziden Träumen in fünf Ebenen (oder Schichten) vorgenommen, die eine Orientierung darstellen können für Personen, die ihre luzide Traumfähigkeit schulen und dabei einordnen möchten, wo sie sich mit ihren Fähigkeiten in etwa befinden. Reece Jones erwähnt dabei aber ausdrücklich, dass es keinen besseren oder schlechteren Level gibt. Die Ebenen unterscheiden sich zwar bzgl. der Klarheit, aber es ist völlig normal, dass man auch als geübter Träumer zwischen allen Ebenen hin- und herpendelt und genausogut als Anfänger bereits ein Erlebnis auf einem hohen Level haben kann. Zudem besteht zwischen den Ebenen keine Hierarchie in Bezug auf die Wichtigkeit des Traumes, im Sinne eines Lerneffekts und eines Zuwachses an Erkenntnis. So kann auch ein Traum der unteren Ebenen eine wichtige, transformierende Botschaft enthalten. Ich werde im folgenden eine Zusammenfassung der fünf luziden Traumebenen nach Reece Jones wiedergeben. Wer sich näher dafür interessiert, kann die dazugehörenden Videos (auf Englisch) anschauen, die unten verlinkt sind: 

Ebene 0
0 minor = Gespräche mit Traumpersonen über Themen, die luzide Fähigkeiten betreffen, oder diesbezüglich etwas beigebracht bekommen; einen Gegenstand sehen der mit Luzidität zu tun hat, z.B. ein Buch mit entsprechendem Titel usw.; jedoch kein Bewusstsein darüber, dass man sich in einem Traum befindet.
0 major = Gefühl, dass etwas nicht stimmt und man ungewöhnliche Dinge tut (sich z.B. von einer Klippe stürzt) mit dem Wissen, dass dies keine Konsequenzen haben wird; Gefühl, den Traum stoppen oder sogar in abgewandelter Form (re-set) wiederholen zu können; aufkeimendes Bewusstsein darüber, dass man sich in einem Traum befindet.
 Schwelle zwischen non-luzidem und luzidem Traum!

Ebene 1
1 minor = Bewusstwerdung darüber, dass man sich in einem Traum befindet und daraufhin sofortiges Erwachen; die nervöse oder freudige Erregung über das Erkennen des Traumes wirken sich hinderlich auf das Verbleiben in der Traumrealität aus.
1 major = Bewusstwerdung darüber, dass man sich in einem Traum befindet und daraufhin ein sog. "falsches Erwachen"; Gefühl, aus dem Traum erwacht zu sein, jedoch läuft dieser einfach weiter ohne dass sich der Träumer dessen bewusst ist; alternativ kann sich die Traumrealität auflösen und der Träumer befindet sich im schwarzen Nichts (Stadium zwischen Wachen und Schlafen) bevor er erneut in einen Traum eintritt aber ohne sich darüber bewusst zu werden.
 Schwierigstes Stadium für Anfänger als auch für geübte luzide Träumer!

Ebene 2
2 minor = Bewusstsein darüber, dass man sich in einem Traum befindet aber noch kein volles Verständnis der Bedeutung und Tragweite dieser Erkenntnis; bspw. (erfolglose) Versuche, andere Traumpersonen über den Zustand aufzuklären  oder auch fehlendes Interesse/Motivation, die Traumrealität intensiver zu erkunden.
2 major =   wie 2 minor; die Traumrealität kann noch sehr unstet sein, mit sich verzerrenden Gesichtern oder wechselnden Umgebungen, jedoch sind sich die Traumpersonen, ihres Zustandes bewusst und versuchen den Träumer aufzuklären.
 Der Durchbruch in die volle Luzidität steht kurz bevor!

Ebene 3
3 minor = Bewusstsein darüber, dass man sich in einem Traum befindet und volle Erkenntnis der Bedeutung und Tragweite dieses Umstandes. Das Alltagsbewusstsein ist im Traum voll anwesend; der Träumer weiss, dass sein Körper zuhause im Bett liegt und er ist sich der Umstände seines Alltagslebens bewusst. Ab jetzt beginnt die Möglichkeit, Träume aktiv zu gestalten; jedoch ist die Traumkontrolle noch nicht allumfassend und die Traumpersonen sind sich ihres Zustandes nicht bewusst
3 major =  wie Ebene 3 minor jedoch sind sich die Traumpersonen ihres Zustandes bewusst. Dadurch kann sich die Möglichkeit für längere luzide Phasen ergeben. Eine Variation dieses Levels ist es, bewusst zu entscheiden auf die allumfassende Traumkontrolle zu verzichten, um den Verlauf des Traumes aus der Beobachterposition zu erleben (für Erkenntnisse).
 Der Traum ist luzide und Traumkontrolle ist (grösstenteils) vorhanden!

Ebene 4
4 minor = der Träumer ist sich seines Zustandes vollkommen bewusst und erfasst die volle Bedeutung und Konsequenz dieser Erkenntnis; die Traumrealität ist stabil und lebendig; der Träumer hat allumfassende Kontrolle über die Traumrealität; lediglich die Traumpersonen sind sich ihres Zustandes nicht bewusst.
 4 major = wie Ebene 4 minor jeodoch sind sich auch die Traumpersonen ihres Zustandes bewusst.
 Der Traum ist vollkommen luzide und der Träumer ist
bewusster Schöpfer der gesamten Traumrealität!

Fazit: In den Ebenen 0 - 3 ist der Träumer ein Schauspieler in einem Theaterstück und er ist sich seiner Rolle mehr oder weniger bewusst. Ab Ebene 4 ist der Träumer der Regisseur des Theaterstücks.

Videos: The 5 Layers of a Lucid Dream (by Reece Jones)

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