Freitag, 13. September 2013

Viel Traum in wenig Zeit

Heute in den frühen Morgenstunden hatte ich einen sehr langen luziden Traum. Es kam mir vor, als sei ich Wochen wenn nicht gar Monate oder sogar Jahre unterwegs und ich fragte mich zwischendurch immer wieder, wann ich denn endlich wieder in meiner Alltagsrealität aufwachen würde. Anfangs erlebte ich mehrmals ein falsches Erwachen, ich war also der Meinung wach zu sein, und bemerkte dann, dass etwas an meiner Umgebung nicht stimmte. Besonders beschäftigt war ich mit der Uhrzeit. Ich wusste, dass ich am frühen Morgen bei der Arbeit einen Termin haben würde, allerdings stand die Uhrzeit noch nicht genau fest und ich wollte morgens nochmals die Mails checken. Ich hoffte natürlich, dass der Termin eher später als früher sei und hatte aber gleichzeitig Sorge, ich könne verschlafen. So war meine erste Handlung nach dem vermeintlichen Erwachen auf die Uhr zu sehen. Die Uhrzeit war  jedes Mal anders, manchmal war es später Vormittag oder schon früh am Nachmittag, manchmal waren in meiner Wohnung mehrere Uhren und alle zeigten eine andere Zeit an und auch sonst war die Wohnung jedes Mal in einem anderen Zustand. Leider war ich bei diesen verschiedenen falschen Erwachen noch nicht bewusst genug, um mir gleich darüber klar zu werden, dass ich mich in einem Traum befand. Irgendwann kapierte ich es aber und nachdem es mir gelang, die Frage ob ich wohl noch rechtzeitig aufwachen würde um zu meinem Termin zu gelangen, endlich beiseite schieben konnte, zog ich los und begab mich auf Tour.
Ich landete in vielen verschiedenen Szenen und dachte schon während ich diese erlebte, dass es mir niemals gelingen würde, sie alle zu erinnern um sie später zu notieren. Einmal z.B. war ich in meinem früheren Elternhaus. Da ich wusste, dass ich mich in einem Traum befand, nahm ich Anlauf und sprang durch die geschlossenen Fensterscheiben in den Garten. Meine Familie kam in hellster Aufregung angerannt und dachte ich sei lebensmüde. Dass weder die Scheiben zerbrochen waren, noch dass ich nach unten gestürzt sondern geschwebt war, hatten sie nicht mitbekommen. Für sie war es einfach ein riesiger Glücksfall, dass ich mich nicht verletzt hatte. In den nachfolgenden Szenen war ich stets umringt von mir fremden Personen. Es ging dabei immer um Gespräche und Diskussionen mit diesen Personen und ich sollte ihnen helfen, etwas zu erkennen. Ich durfte dabei allerdings nicht darauf hinweisen, dass wir uns in einem Traum befanden. Es hätte keinen Sinn gemacht und ich versuchte es erst gar nicht. In einer Szene z.B. half ich einem Mann dabei, eine Jubiläumsrede zu formulieren für einen Geschäftspartner. Er wollte in der Rede auch einige kritische Punkte anbringen, da er weiterhin mit dem Jubilar zusammenarbeiten würde und wollte, dass sich bestimmte Vorkommnisse aus der Vergangenheit nicht wiederholen würden. Ich war dabei, die Worte des Mannes zu notieren und jedes Mal, wenn wir zu den Kritikpunkten kamen, brach mein Bleistift ab. Nach dem dritten abgebrochenen Bleistift wurde mir klar, dass diese Worte so wirklich nicht in die Jubiläumsrede passten und der Bleistift deshalb abbrach. Zwischenzeitlich hatte sich eine Frau in unserer Runde materialisiert und pflichtete mir bei. Der Mann war etwas genervt, gab sich aber bei so viel weiblicher Logik schließlich geschlagen. In einer anderen Szene traf ich auf eine Frau, die sich über ihre Beziehung Gedanken machte. Sie wollte ein Kind aber anscheinend wollte ihr Freund nicht und sie überlegte, wie ihr Leben weitergehen solle. Ich versuchte sie darauf hinzu lenken, von ihrem Kinder- und Beziehungswunsch etwas abzulassen und mehr in sich hineinzuspüren, was sie wolle, was sie für diese Inkarnation angestrebt hatte, aber sie war nicht besonders offen dafür. Auch in der Szene mit ihr materialisierten sich zwischendurch verschiedene Personen neben uns, je nachdem an was oder wen sie dachte. So war eine Zeitlang ihr Freund da, mit dem sie heftig diskutierte. In einem anderen Moment hielt sie ein Kind im Arm, vermutlich als sie sich vorstellte wie es wäre, Mutter zu sein. Auch verschiedene andere Leute aus ihrem Umfeld ploppten einfach zwischendurch in der Szene auf und verschwanden genauso plötzlich wieder. Ihr fiel das gar nicht auf aber für mich war es ganz spannend, es zu beobachten. Ich erlebte noch viele weitere solche Begegnungen und zwischenzeitlich fiel mir auch wieder mein Termin ein, den ich am Morgen hatte. Da ich vor dieser Schlaf- bzw. Traumsequenz auf die Uhr gesehen hatte und wusste, dass ich höchstens noch 1,5 - 2 Stunden schlafen konnte, fragte ich mich erneut, wie das zeitlich zusammen passen sollte. Ich war schon gefühlte Monate bis Jahre unterwegs und es gelang mir einfach nicht, aufzuwachen. Als ich diesen Umstand voll akzeptiert hatte und mich darauf konzentriert hatte, aus jeder Situation das Beste zu machen, also den Personen auf die ich traf, mit Rat und Tat zur Seite zu stehen ohne sie dabei zu massiv zu beeinflussen kam die Reise von selbst zu einem Ende. Ich gelangte zu einer Art Flughafen, in dem es einen leicht zu übersehenden Seitenausgang gab, der zu Gleisen bzw. zu einem Zug führte. Bevor ich dieses Tor passierte, tauchten plötzlich um mich herum all die Personen auf, die ich unterwegs auf meiner Reise getroffen hatte. Hier schienen wir uns alle zu kennen, wir schauten uns verblüfft und lachend an, schüttelten die Köpfe über diesen seltsamen Trip und durchschritten schliesslich das Tor. Im nächsten Moment schlug ich meine Augen auf und lag wieder in meinem Bett in meiner Alltagsrealität. Der Wecker hatte noch nicht geklingelt und ich hatte nicht viel mehr als eine Stunde geträumt.

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