Freitag, 30. August 2013

Im Märchenpark

Als mein Körper einschlief, bemerkte ich, wie sich mein Bewusstsein weg bewegte Richtung Fenster. Ich konnte die Aufmerksamkeit jedoch nicht halten und wurde zurückgezogen. Kurz darauf erwachte ich in einem Bett an einem anderen Ort. Es war mein dortiges Zimmer und ich schaute mir Möbel und Einrichtung ganz genau an. Einige Möbel gehörten meinen Eltern und ich wunderte mich darüber, dass sie in meinem Zimmer standen. Ob ich sie in dieser Realität geerbt hatte? Während ich diese Überlegungen anstellte, begann die Traumrealität zu verschwimmen und ich widmete mich rasch wieder der konkreten Situation, worauf sich diese sofort festigte. Ich öffnete Schränke und Schubladen und fand viele verschiedene Dinge, einiges auch aus der Kindheit, Spielsachen, Bücher und Puppen. Als ich einen Spiegel entdeckte, betrachte ich mich längere Zeit darin und stellte fest, dass ich ganz genauso aussah wie in der Alltagsrealität. Schliesslich verliess ich das Zimmer durch eine grosse Schiebeglastüre ins Freie und trat über eine Rasen- und Kiesrabatte auf einen Gehweg. Der Übergang von drinnen nach draussen führte wieder zu einer leichten Instabilität, woraufhin ich sofort ein Gänseblümchen vom Rasen pflückte und ihm meine ganze Aufmerksamkeit widmete, was die Szene wieder stabiler werden liess. Draussen wanderte ich längere Zeit umher und schaute mir die Umgebung an, es war ziemlich ähnlich wie in der Alltagsrealität, mit Menschen und Autos auf den Strassen, nichts was irgendwie auf eine höher schwingende Realität oder eine Traumwelt schliessen liess. Irgendwann gelangte ich in eine Art Park, der durch eine Mauer begrenzt war. Unterhalb von der Mauer sah ich Wasser, ungefähr Hüfthoch mit vielen Grünpflanzen darin. Entweder war eine Grünanlage überschwemmt worden oder es befanden sich so viele Wasserpflanzen darin. Mir kam der Gedanke, etwas zu visualisieren und ich schaute auf den steinernen Plattenweg zu meinen Füssen. Ich dachte an ein Goldstück.
Sofort war es da und ich bückte mich rasch, hob es auf und steckte es in die Hosentasche. Schliesslich wollte ich nicht riskieren, die Aufmerksamkeit der anderen auf mich zu ziehen. Als nächstes visualisierte ich Delphine im seichten Wasser unterhalb der Mauer. Einige Menschen, die auf der Mauer sassen, waren für einen Bruchteil einer Sekunde erstaunt, aber dann freuten sie sich an den spielenden Tieren und es schien das Normalste der Welt zu sein, dass sich unter uns im Wasser Delphine tummelten. Ich wurde etwas kühner und beschloss, die Person neben mir zu fragen, ob wir uns von irgend woher kennen, vielleicht aus einem anderen Leben oder aus einer anderen Dimension. Ganz entfernt erinnerte er mich an jemanden von meiner Arbeitsstelle in der Alltagsrealität, mit dem ich aber nur wenige Male zu tun hatte. Der Mann hielt meinem Blick stand, zeigte aber keinerlei Reaktion. Ich hörte plötzlich ein Brummen und befürchtete, wir würden von einem Bienenschwarm attackiert. Ich liess von dem Mann ab und entdeckte tatsächlich ein paar einzelne Bienen in meiner Nähe. Der Brummton hatte in dem Moment nachgelassen, als ich mein Vorhaben abbrach. Ich verliess das Parkgelände wieder und bewegte mich weiter durch die Gegend. An irgendeinem Punkt sah ich in der Ferne ein grosses, durchscheinendes Tor, dass in allen Farben leuchtete. Es sah wunderschön aus, wie aus einem Märchen und es war seltsam, dass dieses Tor in der normalen Umgebung zu sehen war, in der ich mich befand. Ich setzte sofort zum Flug an und schwebte durch das Tor. Unter mir sah ich nun einen weiteren Park, der mit den schönsten Blumen bepflanzt war und in dessen Mitte sich eine Statue befand. Ich flog weiter und sah, dass der Park nur einen begrenzten Bereich betraf, in dem eine höher schwingende Energie zu wirken schien. Am Ende des Parkes war eine Mauer, die in eine steile Felswand überging und weit in die Tiefe reichte. Unten am Fusse der Felsen sah ich eine Strasse, auf der viele Autos fuhren. Neben der Strasse gab es einen Fluss, der unterirdisch unterhalb des Gebiets durchfliessen zu schien, in dem ich mich befand. Einige der Autos verliessen die Strasse und bewegten sich in den Fluss hinein. Ich bemerkte, dass es sich um Amphibienfahrzeuge handelte und obwohl ich im ersten Moment gedacht hatte, diese Realität hinter dem Märchenpark ähnelte der Realität, aus der ich kam, also vor dem Park, war hier doch alles sehr viel moderner und futuristischer. Nachdem ich eine Weile geschaut hatte, ging ich in den Märchenpark zurück, hielt mich eine Weile bei der Statue auf und genoss die schöne, energiereiche Stimmung. Schliesslich kehrte ich zurück in die Szenerie vor dem Park und verbrachte dort noch längere Zeit, bis ich wieder in meinem Bett erwachte.


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