Fast jeder kennt es, das Phänomen, aus dem Nichts heraus an eine Person zu denken und kurz darauf einen Anruf von ihr zu erhalten oder sie sogar persönlich zu treffen. Besonders eindrücklich ist dies, wenn es sich dabei um eine Person handelt, mit der man selten Kontakt hat oder von der man schon lange nichts mehr gehört hat. Vor wenigen Tagen kam ich in den Genuss, diese Art Überraschungsmoment in einer halben Stunde drei Mal erleben zu dürfen. Ich war im Büro mit der Ablage von älterer Korrespondenz beschäftigt und mir fiel eine Anfrage in die Hände, bei der ich mich erinnerte, dass es in dieser Sache zu mehreren Missverständnissen zwischen der anfragenden Person und mir gekommen war. Vor einigen Wochen hatte ich ihr zum letzten Mal geschrieben und seither nichts mehr von ihr gehört. Eine Antwort war auch nicht mehr unbedingt erforderlich gewesen, ich hatte keine Frage gestellt sondern ihr lediglich ein Angebot gemacht und so nahm ich an, dass wohl kein weiteres Interesse bestand. Genau in dem Moment sah ich nun, wie eine e-mail einging in dem mir eine Mitarbeiterin der Anfragenden mitteilte, dass diese mir leider nicht antworten könne, da sie krank sei. Es war irgendwie seltsam, weil ja einerseits gar keine Antwort notwendig war und ich andererseits mich aber just in dem Moment gedanklich mit der Person beschäftigt hatte und mich fragte, was wohl aus dem Fall geworden war. Ich nutzte die Gelegenheit für eine kleine Traumübung im Alltag, trat ans Fenster und blickte auf die Strasse.
Ich beobachtete alles ganz genau und stellte mir dabei vor, ich befände mich einem luziden Traum. Als ich wieder an meine Arbeit zurückkehrte, war eine neue e-mail eingegangen. Ich rief die Senderin direkt an, um einige Fragen telefonisch mit ihr zu klären. Während des Gesprächs fiel mir ein, dass ich noch eine weitere Person erwähnen könnte, für die unsere Abmachungen interessant sein könnten. Und genau in diesem Moment ging von dieser Person eine e-mail ein. Weder meine Gesprächspartnerin noch die mir schreibende Person kannten einander und hätten wissen können, dass sie am selben Thema interessiert waren. Nachdem das Gespräch beendet war und ich mich wieder der Ablage widmete, fiel mir eine Korrespondenz in die Hände von vor wenigen Tagen, bei der ich noch dringend auf Antwort wartete. Ich dachte an die Person und hoffte, sie würde sich schnell melden, eine Erinnerung wollte ich jedoch nicht schicken. Genau in dem Moment betrat diese Person mein Büro, obwohl sie an einem völlig anderen Standort arbeitet und ich sie nur selten zu Gesicht bekomme. Ich war perplex über all die Koinzidenzen und fragte mich, wie das wohl zusammenhängen mochte. Hatte ich mit meinen Gedanken mitbewirkt, dass die Personen genau in diesen Momenten mit mir in Interaktion traten? Oder kamen sie mir in den Sinn, weil ich unterbewusst spürte, dass ich gleich mit ihnen zu tun haben würde? Wie es auch funktionieren mag, es war eine erhellende halbe Stunde in der ich erleben durfte, dass die Dinge sehr viel mehr miteinander verbunden sind, als das im Alltag sonst wahrnehmbar ist.
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