Samstag, 30. November 2013

Die Bunkerübung – zurück auf Los!

Heute morgen hatte ich einen interessanten Traum. Es war Weihnachtszeit und ich war zu Besuch bei meiner Familie. Am frühen Morgen kam plötzlich die Meldung, dass alle schnellstmöglich den grossen Bunker im Zentrum aufsuchen müssten. Wir waren gerade aufgestanden und hatten keine Zeit mehr zu Frühstücken oder ins Bad zu gehen. Wir stürzten in Windeseile in ein paar Kleider und machten uns auf den Weg. Wir hielten das Ganze zwar für eine Übung, waren aber doch nicht ganz sicher weil es keinerlei Ankündigungen gegeben hatte. Beim Bunker angekommen trafen wir auf einige Bekannte, die auch von einer Übung ausgingen, aber gleich meinten, dass wir bestimmt eine ganze Woche in dem Bunker bleiben müssten. Der Bunker war hoch oben in einem Büro- und Einkaufskomplex und es führten riesige Aufzüge, die mehrere hundert Personen fassten, nach oben. Wir betraten einen Aufzug, er war innendrin fast ausschliesslich mit Spiegeln ausgestattet, und fuhren eine lange Zeit nach oben. Es befanden sich vielleicht noch 50 andere Personen mit uns im Aufzug und es war noch angenehm viel Platz um uns herum. Oben angekommen mussten wir unsere Pässe vorzeigen und es wurden die Personalien erfasst. Als wir die Sicherheitskontrollen passiert hatten, gelangten wir in einen grossen Raum, der eher einem Restaurant als einem Bunker ähnelte. Überall waren Tische und Stühle und wir nahmen Platz und bestellten Kaffee und Kuchen. Wir wurde darüber informiert, dass wir alles, was wir bräuchten, hier im Bunker kaufen könnten und mittels Kreditkarte bezahlen. Wir fingen an Witze zu machen, dass das ja geschickt eingefädelt war von den Bunkerbetreibern, denn wenn sie uns hier eine Woche festhalten würden, könnten sie damit ganz schön viel Geld machen. Der Bunker war zwar eine staatliche Einrichtung aber wir kannten die Personen, die sich für deren Bau eingesetzt hatten und uns schienen durchaus auch private, geschäftliche Interessen damit verbunden zu sein. Wir hatten einen Platz am Fenster ergattern können mit Blick von hoch oben auf die Landschaft. Ich wunderte mich, warum man wohl einen Bunker hoch oben baute. Ich hatte eher angenommen, Bunker befänden sich unter der Erde. Dann kam mir der Gedanke, dass vermutlich mit hohen Flutwellen gerechnet wurde und dass wir dann natürlich hoch oben besser aufgehoben waren als tief unter der Erde.
Kaum waren Kaffee und Kuchen serviert worden, ging plötzlich das Licht aus und der Bunker fing an zu schwanken. Er fühlte sich auf einmal wie eine grosse Kapsel an, die sich vom Dock loszumachen schien und ins Wasser stürzte. Ich dachte noch, wie ungeschickt, gerade jetzt wo alles serviert worden war, es wird uns nun gleich um die Ohren fliegen. Instinktiv griff ich an die Seiten meines Sitzes und fand einen Sicherheitsgurt, den ich mir in letzter Sekunde um die Schulter legen konnte bevor wir mit unserer Kapsel kopfüber, kreuz und quer durch den Raum wirbelten. Ich versuchte, bei Bewusstsein zu bleiben, evtl. gelang es auch aber ich weiss nicht mehr ganz konkret, wie wir in die nächste Szene gelangten. Wir befanden uns jedenfalls nun wieder auf festem Boden und jeder hatte eine Art Tretroller zur Fortbewegung. Die Tretroller sahen aus wie Segway PT, nur mit dem Unterschied, dass man eben selbst treten musste für den Antrieb. Wir schienen uns auf einem anderen Planeten zu befinden und fuhren mit diesen Tretrollern durch die Gegend, allerdings war es uns nur erlaubt in einem ganz bestimmten Bezirk zu fahren, was streng überwacht wurde. In einem unbeobachteten Moment gelang es mir, abzuhauen und ich fuhr abseits in die Wildnis. Ich hatte aus der Ferne eine Person ausmachen können, die schon dort entlangfuhr und ich folgte ihr. Es ging über Stock und Stein und die Gegend wurde immer unwirtlicher. Ich musste viel treten, da der schmale Pfad teils steil anstieg und dann aber auch wieder stark abfiel. Beim Blick zurück bemerkte ich, dass auch einige andere diesen Weg eingeschlagen hatten und zwischenzeitlich waren auch die Aufseher auf uns aufmerksam geworden. Sie stellten uns nach und es kam zu einer richtigen Verfolgungsjagd. Am Ende stand ich an einer Klippe vor der Wahl, mich fangen zu lassen oder hinabzustürzen. Ich weiss gar nicht wie mir geschah, schon befand ich mich im taumelnden Flug und stürzte ins dunkle Nichts. Vom Gefühl her war es ähnlich wie die Reise in der Kapsel, nur dass ich mich jetzt nicht mehr in einer Kapsel mit anderen Personen befand, sondern nur noch meinen Körper als eine Art Kapsel um mich herum hatte. Ich bekam Angst und fragte mich, ob ich jetzt gleich sterben würde. Da wurde mir klar, dass ich gar nicht sterben kann - niemals - ich könnte höchstens das Bewusstsein verlieren. So versuchte ich mit aller Macht bei Bewusstsein zu blieben. Der Gedanke "nur die Liebe zählt" ergriff von mir Besitz und ich wusste, dass es mir gelingen würde, mein Bewusstsein aufrecht zu erhalten, wenn ich mich mit dem Gefühl der Liebe verbinden könne. Mit schwindender Kraft beschwor ich alle Momente meines Lebens hervor in denen ich wahrhaft geliebt hatte und es gelang mir in dieser Energie länger bei Bewusstsein zu bleiben. Dennoch gab es plötzlich einen Schnitt und ich befand mich plötzlich neben einer Frau wieder. Wir unterhielten uns und standen mit anderen Leuten vor einem Aufzug, der uns hinauf in einen Bunker bringen sollte. Nicht schon wieder eine "Bunkerübung", dachte ich. Es war wie bei Monopoly – zurück auf Los! Es gelang mir, mich davon zu stehlen. Die Strassen und Häuser wurden zwar abgesucht nach Leuten, die den Aufruf, den Bunker aufzusuchen nicht gefolgt waren, aber es schien einige wenige Menschen zu geben, die vom Sicherheitspersonal nicht angesprochen wurden. So auch eine kleine, dicke Frau. Sie war fast so breit wie hoch und betrieb einen Antiquitätenladen. Sie winkte mich herbei und zeigte mir, wo ich mich gut verstecken könne. Sie selbst blieb an der Tür stehen und beobachtete, was weiter geschah. Falls jemand kam um ihren Laden zu durchsuchen, würde sie versichern, dass niemand dort sei und die Aufseher abwimmeln. Ich kauerte in meinem Versteck und wartete, was weiter passierte. Die Frau blickte einige Male zu mir und lächelte mich an. Leider endete der Traum an dieser Stelle und ich erwachte in meinem Bett.

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