Heute morgen hatte ich einen interessanten Traum. Es war Weihnachtszeit und ich war zu Besuch bei meiner Familie. Am frühen Morgen kam plötzlich die Meldung, dass alle
schnellstmöglich den grossen Bunker im Zentrum aufsuchen müssten. Wir
waren gerade aufgestanden und hatten keine Zeit mehr zu Frühstücken oder
ins Bad zu gehen. Wir stürzten in Windeseile in ein paar Kleider und
machten uns auf den Weg. Wir hielten das Ganze zwar für eine Übung,
waren aber doch nicht ganz sicher weil es keinerlei Ankündigungen
gegeben hatte. Beim Bunker angekommen trafen wir auf einige Bekannte, die auch von einer Übung ausgingen, aber gleich meinten, dass wir bestimmt eine ganze Woche in dem Bunker
bleiben müssten. Der Bunker
war hoch oben in einem Büro- und Einkaufskomplex und es führten riesige
Aufzüge, die mehrere hundert Personen fassten, nach oben. Wir betraten
einen Aufzug, er war innendrin fast ausschliesslich mit Spiegeln
ausgestattet, und fuhren eine lange Zeit nach oben. Es befanden sich
vielleicht noch 50 andere Personen mit uns im Aufzug und es war noch
angenehm viel Platz um uns herum. Oben angekommen mussten wir unsere
Pässe vorzeigen und es wurden die Personalien erfasst. Als
wir die Sicherheitskontrollen passiert hatten, gelangten wir in einen
grossen Raum, der eher einem Restaurant als einem Bunker ähnelte.
Überall waren Tische und Stühle und wir nahmen Platz und bestellten
Kaffee und Kuchen. Wir wurde
darüber informiert, dass wir alles, was wir bräuchten, hier im Bunker
kaufen könnten und mittels Kreditkarte bezahlen. Wir fingen an Witze zu
machen, dass das ja geschickt eingefädelt war von den Bunkerbetreibern,
denn wenn sie uns hier eine Woche festhalten würden, könnten sie damit
ganz schön viel Geld machen. Der Bunker war zwar eine staatliche
Einrichtung aber wir kannten die Personen, die sich für deren Bau
eingesetzt hatten und uns schienen durchaus auch
private, geschäftliche Interessen damit verbunden zu sein. Wir hatten
einen Platz am Fenster ergattern können mit Blick von hoch oben auf
die Landschaft. Ich wunderte mich, warum man wohl einen Bunker hoch oben
baute. Ich hatte eher angenommen, Bunker befänden sich unter der Erde.
Dann kam mir der Gedanke, dass vermutlich mit hohen Flutwellen gerechnet
wurde und dass wir dann natürlich hoch oben besser aufgehoben waren als
tief unter der Erde.
Kaum waren Kaffee und Kuchen serviert worden, ging
plötzlich das Licht aus und der Bunker fing an zu schwanken. Er fühlte
sich auf einmal wie eine grosse Kapsel an, die sich vom Dock loszumachen
schien und ins Wasser stürzte. Ich dachte noch, wie ungeschickt, gerade
jetzt wo alles serviert worden war, es wird uns nun gleich um die Ohren fliegen. Instinktiv griff ich an die Seiten meines Sitzes und fand einen
Sicherheitsgurt, den ich mir in letzter Sekunde um die Schulter legen
konnte bevor wir mit unserer Kapsel kopfüber, kreuz und quer durch den
Raum wirbelten. Ich versuchte, bei Bewusstsein zu bleiben, evtl.
gelang es auch aber ich weiss nicht mehr ganz konkret, wie wir in die
nächste Szene gelangten. Wir befanden uns jedenfalls nun wieder auf festem Boden
und jeder hatte eine Art Tretroller zur Fortbewegung. Die Tretroller
sahen aus wie Segway PT, nur mit dem
Unterschied, dass man eben selbst treten musste für den Antrieb. Wir
schienen uns auf einem anderen Planeten zu befinden und fuhren mit diesen Tretrollern durch die Gegend, allerdings war es uns
nur erlaubt in einem ganz bestimmten Bezirk zu fahren, was streng
überwacht wurde. In einem unbeobachteten Moment gelang es mir, abzuhauen
und ich fuhr abseits in die Wildnis. Ich hatte aus der Ferne eine
Person ausmachen können, die schon dort entlangfuhr und ich folgte ihr.
Es ging über Stock und Stein und die Gegend wurde immer unwirtlicher.
Ich musste viel treten, da der schmale Pfad teils steil anstieg und dann
aber auch wieder stark abfiel. Beim Blick zurück bemerkte ich, dass
auch einige andere diesen Weg eingeschlagen hatten und
zwischenzeitlich waren auch die Aufseher auf uns aufmerksam geworden. Sie stellten uns nach und es kam zu einer richtigen Verfolgungsjagd. Am Ende stand ich an einer Klippe vor der Wahl, mich fangen zu lassen oder
hinabzustürzen. Ich weiss gar nicht wie mir geschah, schon befand ich mich im taumelnden Flug und stürzte
ins dunkle Nichts. Vom Gefühl her war es ähnlich wie die Reise in der
Kapsel, nur dass ich mich jetzt nicht mehr in einer Kapsel mit anderen
Personen befand, sondern nur noch meinen Körper als eine Art Kapsel um mich herum
hatte. Ich bekam Angst und fragte mich, ob ich jetzt gleich sterben
würde. Da wurde mir klar, dass ich gar nicht sterben kann - niemals -
ich könnte höchstens das Bewusstsein verlieren. So versuchte ich mit
aller Macht bei Bewusstsein zu blieben. Der Gedanke "nur die Liebe
zählt" ergriff von mir Besitz und ich wusste, dass es mir gelingen
würde, mein Bewusstsein aufrecht zu erhalten, wenn ich mich mit dem
Gefühl der Liebe verbinden könne. Mit schwindender Kraft beschwor ich
alle Momente meines Lebens hervor in denen ich wahrhaft geliebt hatte
und es gelang mir in dieser Energie länger bei Bewusstsein zu bleiben.
Dennoch gab es plötzlich einen Schnitt und ich befand mich plötzlich
neben einer Frau wieder. Wir unterhielten uns und standen mit anderen Leuten vor einem Aufzug, der uns hinauf in einen Bunker bringen sollte. Nicht schon wieder eine "Bunkerübung", dachte ich. Es war wie bei Monopoly – zurück auf
Los! Es
gelang mir, mich davon zu stehlen. Die Strassen und Häuser wurden zwar
abgesucht nach Leuten, die den Aufruf, den Bunker aufzusuchen nicht
gefolgt waren, aber es schien einige wenige Menschen zu geben, die vom
Sicherheitspersonal nicht angesprochen wurden. So auch eine kleine,
dicke Frau. Sie war fast so breit wie hoch und betrieb einen
Antiquitätenladen. Sie winkte mich herbei und zeigte mir, wo ich mich
gut verstecken könne. Sie selbst blieb an der Tür stehen und
beobachtete, was weiter geschah. Falls jemand kam um ihren Laden zu
durchsuchen, würde sie versichern, dass niemand dort sei und die
Aufseher abwimmeln. Ich kauerte in meinem Versteck und wartete, was
weiter passierte. Die Frau blickte einige Male zu mir und lächelte mich an. Leider endete der Traum an dieser Stelle und ich erwachte in meinem Bett.
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