Donnerstag, 14. August 2014

Seltsame Tierbegegnungen

In den letzten Tagen hatte ich zwei für mich aussergewöhnliche Begegnungen mit Tieren. Beim ersten Mal befand ich mich auf einem Spaziergang im Wald mit meinem Freund und entdeckte eine ca. 20cm lange Eidechse, die reglos am Boden sass. Auch als ich ganz in ihrer Nähe war machte sie keinen Mucks sondern blieb einfach sitzen. Ich hatte das Gefühl, dass irgendetwas mit ihr nicht stimmte aber ich konnte keine Verletzung erkennen und ich war erstaunt, dass sie nicht flink davon eilte, wie ich das normalerweise von Eidechsen gewohnt war. Schliesslich liefen wir weiter und kamen nach ca. 30min auf dem Rückweg erneut an derselben Stelle vorbei. Die Eidechse sass immer noch ganz genau so da wie zuvor. Dieses Mal beugte sich mein Freund zu ihr hinunter. Er hatte plötzlich den Eindruck, eine Verdickung an ihrem Körper zu erkennen und ihm kam der Gedanke, sie habe etwas Grosses verschluckt, das ihr nun schwer im Magen lag. "Hast du etwas verschluckt? Komm spuck' es aus!" sagte er zu der Eidechse. Diese machte daraufhin ein quiekendes Geräusch und spuckte tatsächlich einen, im Verhältniss zu ihrer Körpergrösse, riesigen dunkelroten Brocken aus. Danach schien sie erschöpft und atmete schwer. Wir beide waren ziemlich perplex über diese Interaktion mit der Eidechse und überlegten, was man noch weiter für sie tun könne. Wieder konnten wir keine äussere Verletzung erkennen und es war uns ein Rätsel, was mit ihr geschehen sein mochte. Wir redeten noch ein bisschen mit ihr, träufelten ihr Wasser auf den Boden, falls sie trinken wollte, und überliessen sie schliesslich ihrem Schicksal. Die zweite Begegnung der besonderen Art war mit einer kleinen Schwalbe in meiner Wohnung. Es war am Morgen und und ich lag noch im Bett, darüber nachsinnend was ich geträumt hatte, als ich aus dem Wohnzimmer plötzlich einen dumpfen Schlag vernahm gefolgt von einigen weiteren undefinierbaren Geräuschen. Ich setzte mich im Bett auf und blickte hinüber zum geöffneten Wohnzimmerfenster. Am Boden konnte ich etwas Dunkles ausmachen aber auf die Entfernung war nicht mehr zu erkennen. Ich vermutete schon, es handle sich um einen Vogel, der gegen die Scheibe geflogen war. Ganz vorsichtig näherte ich mich, der Vogel bekam Panik und flog wie verrückt im Wohnzimmer umher. Leider rammte er sich dabei erneut den Kopf und kam schliesslich wieder unterhalb des Wohnzimmerfensters zum Liegen. Alle Viere von sich streckend und mit weit geöffnetem Schnabel lag er japsend am Boden. Ich machte als erstes alle Fenster und Türen in der Wohnung auf für den Fall, dass er einen weiteren Flugversuch starten würde und näherte mich dann ganz vorsichtig dem kleinen Tier. Ich sah nun, dass es sich um eine Schwalbe handelte und fieberhaft überlegte ich, wie ich sie wieder aus der Wohnung bekommen konnte. Mein erster Rettungsversuch scheiterte leider. Ich hatte sie auf eine Fliegenklatsche geschoben aber aufgrund ihres Gewichts liess sie sich mit so einer labbrigen Fliegenklatsche natürlich nicht vom Boden anheben. Das war nicht sehr durchdacht gewesen. Die Schwalbe spürte meine Unsicherheit und machte sie sich auf und davon ins Bad, der einzige Raum in dem das Fenster noch geschlossen war. Unpraktischerweise versteckte sie sich dort auch noch hinter dem bodenlangen Vorhang. "Wie um Himmels willen fängt man einen Vogel???" ratterte es in meinem Hirn und mir kam in Erinnerung, wie ich mehrmals gehört hatte man könne eine Tuch darauf werfen und den Vogel dann anfassen. Die Idee gefiel mir jedoch nicht sonderlich, die Schwalbe würde sicherlich einen halben Herzinfarkt bekommen wenn sie meinen Griff spürte und ich selbst traute mich auch nicht wirklich. Dann kam die rettende Idee! Ich würde ein Kistchen nehmen und über sie stülpen, eine Zeitung unterschieben und das Ganze auf die Fensterbank verfrachten. Eine passende Kiste war schnell gefunden, der Vogel blieb ruhig und alles klappte wunderbar. Bevor ich die Kiste anhob um der Schwalbe in die Freiheit zu verhelfen, schloss ich das Fenster so weit wie möglich, damit sie nicht vor lauter Hektik wieder zurück in die Wohnung flog. Es passte nur noch mein Arm hindurch und dann kam der grosse Moment: Ich hob die Kiste an und die Schwalbe flog sofort zwitschernd davon wie war ich froh, dass sie unverletzt geblieben war und noch richtig fliegen konnte!

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