In
der Kategorie "Mitreisende" berichten andere Personen von ihren
Erlebnissen mit luziden Träumen und ausserkörperlichen Erfahrungen. In der
nachfolgenden Erfahrung berichtet mein Bruder von seinem ersten luziden Traum, den er spontan und ohne vorangehende nähere Beschäftigung mit der Thematik erlebte.
Es war am frühen Morgen und ich hatte plötzlich das Gefühl, dass das Klingeln des Weckers unmittelbar bevorstehen musste. Ich war noch in diesem Dämmerzustand zwischen Schlafen und wach sein und wusste, dass ich jetzt die Wahl hatte zwischen aufstehen, bzw. auf den Wecker sehen, und nocheinmal weiterträumen. Ich entschied mich für letzteres, hielt also meine Augen geschlossen und versuchte noch einmal an meinen Traum anzuknüpfen, was auch gleich gelang. Ich befand mich auf einem Grundstück am Bodensee, das ich seit meiner Kindheit sehr gut kenne, da unsere Familie dort sehr viel Zeit verbracht hat. Auf diesem Grundstück steht eine kleine Hütte direkt neben einer großen Eiche. Man betritt das Grundstück von der Rückseite der Hütte durch ein Tor aus Haselnusssträuchern. Als ich um die Ecke bog und sich mir der See zeigte, fielen mir plötzlich etliche dicke Bäume auf, die in etwa 10 Meter Höhe abgesägt worden waren. Ich kannte die Situation, das Grundstück zu betreten und einen abgesägten Baum vorzufinden, da der Bauer, dem das Grundstück gehört, es als Zeitvertreib für langweilige Wochenenden zu sehen schien, anderen Leuten schöne Bäume weg zu sägen. Der Durchmesser der Bäume machte mich jedoch stutzig. Es war schließlich noch nicht lange her, dass ich das letzte mal hier gewesen war und da standen noch keine solchen Bäume. In meinem Kopf vernahm ich die Stimme meiner Schwester Christine, die sagte, dass es sich um eine parallele Realität handeln musste. Und auf einen Schlag wurde mir klar, dass ich mich in einem Traum befand. Ich erinnerte mich an das, was mir Christine zu ihren luziden Träumen erzählt hatte, dass sie z.B. oft geflogen war usw. Ich entschied mich, das mit dem Fliegen auszuprobieren. Ich nahm Anlauf, rannte auf den See zu und hob wie Superman kurz vor dem Wasser ab. Und wie ein Wunder schoss ich über das Wasser hinweg – ein unbeschreibliches Gefühl. Und alles bei vollem Bewusstsein! Ich versuchte, mich darauf zu konzentrieren an das Schweizer Ufer zu fliegen. In dem Maß wie ich allerdings meine Konzentration auf das Ufer lenkte, verschwamm es und die Luft wurde irgendwie neblig. Ich spürte, wie ich aufzuwachen drohte. Ich versuchte mich dann bewusst zu entspannen und "loszulassen". Damit konnte ich die Bilder wieder schärfer werden lassen. Beim nächsten Versuch meine Aufmerksamkeit auf ein bestimmtes Ziel zu richten wachte ich allerdings auf. Interessant war, dass ich nach dem Aufwachen diesen luziden Traum sofort vergaß, erst am Nachmittag ist er mir plötzlich in aller Deutlichkeit wieder eingefallen und ich griff sofort zum Telefon um meiner Schwester davon zu berichten.
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