Kürzlich wurde ich in einem Traum luzid. Ich bemerkte, dass ich in einem Zug sass, der durch einen Tunnel fuhr. Im selben Moment, in dem ich Luzidität erreichte, war mir klar, dass ich in der Beobachterposition bleiben würde um zu sehen, wie der Traum weiter ablaufen würde. Es fühlte sich an, als sei ich an einen mir unbekannten Teil von mir oder von jemand/etwas anderem angeschlossen, der einen genauen Plan hatte und zielsicher agierte. Ich werde diesen Teil "den Agenten" nennen und die Erfahrung zum Teil aus der Ich- und zum Teil aus der Wir-Perspektive darstellen. Der Agent bewegte sich durch die Zugwand und nun flogen wir den Tunnel mit grosser Geschwindigkeit weiter entlang. Ich spürte, dass dieser irgendwo tief unten war und ich fragte mich, ob es in diesem Zustand nicht möglich sein müsste, einfach nach oben durch die Tunnelwand und durch alles, was sich darüber befinden mochte, hindurchzuschweben. Da ich jedoch in der Beobachterposition bleiben wollte, unternahm ich keinen derartigen Versuch. Nach einer Weile gelangten wir in eine Art Röhre. Sie wirkte enger als der Tunnel zuvor und es liefen auch keine Gleise mehr am Boden entlang sondern dieser war bedeckt mit einem weissen Material, was an Styropor-Kügelchen erinnerte. Kurz darauf tauchte eine kleine Türe auf, die aussah wie Teil eines Panzerschranks. Da würden ich bzw. wir doch niemals hindurchpassen, dachte ich, aber schon klappte der Agent nach geübter Manier verschiedene Teile der Türe zur Seite und brach schliesslich auch noch Mauerstücke heraus um die Öffnung zu vergrössern.
Auf der anderen Seite der Öffnung führte eine weitere Röhre im 90° Winkel steil nach oben. Auch diese rasten wir entlang und oben angekommen, kletterten wir wie aus einer Art Schornstein heraus und hatten eine gute Sicht auf die umliegende Stadt. Unsere Aufmerksamkeit begann sich auf das Haus zu richten, auf dessen Dach wir uns befanden. Wir hörten zwei Personen, die sich auf Englisch miteinander
unterhielten. Ich war mir ziemlich sicher, dass wir uns in den USA
befanden. Das Wetter war schön, wir schienen in eher südlichen Gefilden zu sein, es
gab Palmen und das Haus und die umliegende Anlage wirkten luxuriös. Das Anwesen verfügte über verschiedene Terrassen und auf einer konnte ich nun eine der beiden Personen
sehen. Es handelte sich um einen Officer oder Wachmann, der eine Waffe bei sich trug.
Er schaute kurz in meine Richtung, gab jedoch nicht zu erkennen ob er
mich wahrgenommen hatte oder nicht. Vermutlich waren ich bzw. wir unsichtbar für
ihn. Ich fühlte mich immer noch als Beobachterin, angeschlossen an einen
Teil von mir oder jemand anderem, der genau zu wissen schien, was er hier tat. Wir schwebten
vom Dach hinunter, gelangten in den Wohnbereich und trafen dort auf die zweite
Person. Während wir dorthin schwebten, bemerkte ich, dass ich meine
Outdoor-Kleidung anhatte und fühlte mich "wie in voller Montur“. In dem Moment, als wir der anderen Person gegenüber standen, bemerkten ich, dass sie uns sehen konnte. Blitzartig zog der Agent ein Messer hervor
und stach mit einigen wenigen geübten Bewegungen zu. Mir wurde bewusst, dass es sich bei diesem Anteil, den ich als vollbewusst und zielsicher agierend wahrgenommen hatte, um eine Art Agenten handelte. Die „volle Montur“, die ich auf meinem Körper gespürt hatte, war
ein Kampfanzug. Ich wusste, dass die Person, die attackiert worden war, eine reichere und bekanntere Person
war. Sie hatte ja auch Polizeischutz im Haus und der Auftrag war es gewesen,
sie auszuschalten. Ich war total perplex über diese Handlungen und mir war klar, dass dies mit meinem Alltagsselbst rein gar nichts zu tun hatte. Seltsam fand ich im
Nachhinein auch die Reaktion bzw. Nicht-Reaktion des Wachmanns. Entweder
hatte er den Agenten wirklich nicht sehen können oder er hatte ihn ignoriert und es handelte sich um ein abgekartetes Spiel. Intuitiv tippe ich auf ersteren Fall, denn es kam mir tatsächlich so vor, als hätte sich der Agent erst in dem Moment materialisiert als er auf die Zielperson traf. Dass ich kurz vor diesem Zeitpunkt plötzlich meinen Körper hatte wahrnehmen können (welcher bis dahin nicht von Belang gewesen war) und das Gefühl hatte, in "voller Montur" zu sein, könnte ebenfalls ein Hinweis auf die spontane Materialisierung sein. Interessant war für mich auch, dass
das ganze völlig ohne Emotionen seitens des Agenten und auch meinerseits ablief. Alle Handlungen waren völlig ruhig und
routinemässig, so als ob dieser Vorgang der Normalste der Welt war, was im Fall des Agenten sicherlich auch zutraf. Erwähnenswert mag es an dieser Stelle sein, dass ich sehr selten Action Filme und dergleichen schaue. Umso erstaunlicher war es für mich, eine derartige Erfahrung zu machen.
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