Donnerstag, 2. April 2015

...und wenn es kein Zurück gibt?

Nachfolgend berichte ich wieder von einer länger zurückliegenden Erfahrung. Wer diese Erfahrungen zusammenhängend lesen möchte, um zu sehen, was ich der Reihe nach erlebt habe, kann auf die Kategorie "Frühere Erfahrungen" klicken und erhält dann zeitlich sortiert die entsprechenden Einträge.
 
Nachdem ich die "Kneipe der Verstorbenen" verlassen hatte, gelangte ich in eine Wohnung, in der ich zu wohnen schien. Ich wusste gleich, dass es eine alternative Realität war und ich inspizierte mein dortiges Zimmer mit großem Interesse. Hauptsächlich der Schreibtisch nahm meine Aufmerksamkeit gefangen. Er war ziemlich unordentlich, es lag etwas Müll herum aber auch viele Farben und Bastelzeug und es schien, als ob ich immer wieder kreativ tätig wäre. Ich schaute mir das Bücherregal an um zu sehen, was ich denn dort so lese und das meiste fand ich ziemlich uninteressant, dennoch entdeckte ich einige wenige Bücher, die ich auch im Alltag besitze. Ich suchte dann nach einem Photo von mir, denn ich wollte unbedingt sehen, wie ich dort aussehe, wurde aber leider nicht fündig. Ich vermute, dass ich in dieser Realität eher jünger war, vielleicht im Teenager- oder Studentenalter.
In der Wohnung gab es auch noch einen Mitbewohner, der aber leider nicht zuhause war. Irgendwann wurde mir langweilig und es kam kurz die Überlegung auf, einen netten Mann zu suchen für ein Abenteuer. Diese Idee wurde aber recht schnell verdrängt von dem Gedanken, dass das doch sowieso immer das Gleiche wäre und mich vielleicht ablenken würde, von etwas Wichtigem, was hier noch zu erfahren war. Überrascht war ich, dass ich die ganze Zeit bei recht guter Bewusstheit war und es keine Gefahr gab, dass ich meine Wahrnehmung verlor. Ich wusste, dass mein Körper zuhause in meinem Bett lag und ich hier nur mit meinem Bewusstsein unterwegs war. Aber auch bei diesem Gedanken gab es keinen Impuls, der mich sofort zurückbefördert hätte. Kurz kam mir der Gedanke, "Was wäre, wenn ich jetzt versuchen würde zurückzugehen und es nicht funktionieren würde? Oder was, wenn ich gar gestorben wäre und mein Körper tot im Bett läge?" Auch dieser Gedanke versetzte mich nicht sonderlich in Unruhe, noch bewegte er mich dazu, schleunigst umzukehren. Ich blieb einfach weiter in diesem Zimmer und versuchte so viel wie möglich über mein dort lebendes Selbst zu erfahren. Plötzlich hörte ich ein Radio, es kamen Staumeldungen und dann Musik. Ich war unschlüssig, wo dies herkam und vermutete kurz, dass es vielleicht von meiner Nachbarin wäre (die aus der normalen Alltagsrealität). "Oder, ich war plötzlich hellhörig geworden und mein Gehör hatte irgendwo angedockt?" Aus dem alternativen Zimmer kamen die Geräusche jedenfalls nicht. Dann vernahm ich Regenprasseln und ich dem Moment erschrak ich sehr, weil ich befürchtete, dass dies von meiner gewohnten Umgebung herrührte. Ich wusste, dass ich das Dachfenster offen gelassen hatte und ich schnappte daraufhin sofort zurück in mein Zimmer in der Alltagsrealität. Es regnete in Strömen und beim Versuch, das Fenster zu schließen, fiel mir auf, dass der Boden schon komplett unter Wasser war und das Fenster schien nur noch ganz locker verankert zu sein. Plötzlich brachen Mauerstücke und Dachstücke heraus und fielen auf meinen Zimmerboden und rollten das Dach hinunter und beschädigten unten ein parkendes Auto. Ich dachte, "Das gibt’s doch nicht! Wieso löst sich hier denn vor meinen Augen das halbe Zimmer auf?" Ich rannte hektisch durch die Wohnung und wusste nicht, was ich zuerst tun sollte und da machte es plötzlich "klick" und ich öffnete die Augen und lag in meinem Bett  bei leicht geöffnetem Dachfenster und ohne Regen was für eine Erleichterung!

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