Freitag, 13. März 2015

Wie ein Sandwirbel

Vor ungefähr einem Jahr war für mich das Thema "innere Führung" oder auch "aktive Passivität", wie ich es genannt hatte, in den Fokus gerückt. Ich hatte mir damals vorgenommen, mich, wenn ich im Traum Klarheit erlange, an die "innere Führung" zu binden und mich passiv durch das weitere Traumgeschehen führen zu lassen, da ich herausgefunden hatte, dass es da einen sehr kraftvollen und zielgerichteten Teil in mir gab, der ganz genau zu wissen schien, was er in diesen Traum- und Astralwelten erleben oder tun wollte. Rückblickend muss ich sagen, dass es mir in den nachfolgenden Monaten nur noch wenige Male gelungen war, Erfahrungen dieser Art zu machen. Das Thema rückte sogar derart in den Hintergrund, dass ich mich, als ich vor kurzem wieder solch ein Erlebnis hatte, gar nicht mehr an mein Vorhaben erinnerte. Dies mag jedoch auch daran gelegen haben, dass mich diese Erfahrung, die ich "Der Agent" genannt habe, etwas irritiert hatte und ich mir die Handlungsweise dieses mir unbewussten Teils, der derart zielgerichtet und emotionslos vorging, nicht erklären konnte. Den Bezug zur Thematik der "inneren Führung" stellte ich erst nach einer weiteren Erfahrung her, die ich kurz drauf machte und von der ich nachfolgend berichte.
Als ich klar wurde, befand ich mich in einem Zimmer und sass entweder auf einem Stockbett oder einem Regal und blicke nach unten auf den Zimmerboden. Ich hatte soeben einen Reality Check gemacht, indem ich meinen rechten Zeigefinger durch die linke Handfläche bohrte, was jedoch nicht gelungen war. Das irritierte mich etwas, denn ich wusste überhaupt nicht, wie ich in diesem Raum gekommen war und ging davon aus, mich in einem Traum zu befinden. Am Boden des Raumes lagen ca. 5-7 Frauen in Schlafsäcken auf Isomatten. Sie waren alle wach, und machte Bemerkungen wie "Wann ist denn das vorbei...?" oder "Hoffentlich klingelt bald der Wecker...", "So funktioniert das nicht..." und wälzten sich ungeduldig hin und her. Mir kam schnell der Gedanke, dass es sich um eine Gruppe handelte, die gemeinsam trainierte ausserkörperliche Erfahrungen zu erleben. Ich sprach die Frauen an:
 

"Hm, versucht ihr ausserkörperlich zu reisen?" 
Sie schienen mich wahrzunehmen, waren jedoch nicht sehr gesprächig.
"Also, ich wünsche euch viel Glück!" sagte ich.

Daraufhin erwiderte eine von ihnen "ja, das wünschen wir dir auch!"

Daraufhin wieder ich: "Ich hatte schon öfter spannende Erlebnisse und schreibe darüber in einem Blog. Vielleicht habt ihr Lust darin zu lesen. Die Adresse lautet www.traum...ähm, nein Moment, sie heisst www.ake-traum.blogspot.ch".

Ich war hoch erfreut, dass es mir gelang, die Adresse korrekt wiederzugeben, denn mir war bewusst, dass etwas zu lesen oder buchstabieren oder auch eine Reihe von Zahlen abzutippen im Traum normalerweise sehr schwierig ist. Ich bewegte mich dann nach unten zu den Frauen und wollte noch ein Weilchen mit ihnen reden, da entdeckte ich, dass eine von ihnen plötzlich verschwunden war, es lag nur noch ihre leere Isomatte da.

"Wahrscheinlich ist sie jetzt in ihrem Bett aufgewacht..." dachte ich mir "...und deshalb aus der Traumwelt verschwunden".

Mir fiel wieder ein, dass ich nach Informationen/Lösungen für kleinere Alltagsprobleme suchte und mir vorgenommen hatte, hierzu Traumpersonen zu befragen. Bevor ich nun meine Fragen an die Frauen stellen konnte, ploppte eine nach der anderen aus der Szene. Am Schluss lag nur noch eine da und ich ging auf sie zu aber als ich ihren Schlafsack berührte, dematerialisierte sie sich unter meinen Händen.

Nun war ich alleine in dem Raum und blickte mich um auf der Suche nach einem Gegenstand, mit dem ich kommunizieren könnte. Im Traum sollte das funktionieren, genauso wie man sich auch mit Traumpersonen unterhalten konnte. Ich entdeckte ein Faxgerät mit einem Display. Vielleicht konnte ich ihm meine Fragen stellen und die Antworten würden dann auf dem Display erscheinen? Leider funktionierte das nicht.

So entschloss ich mich, nach innen zu spüren und mich an diesen mir nicht bewussten Teil zu binden, der im Traum immer genau zu wissen schien, was er tun wollte. Kaum hatte ich mich darauf konzentriert, übernahm diese innere Führung das Zepter und für den Rest des Traumes war ich nur noch mitreisende passive Beobachterin. Wir verliessen das Zimmer und landeten in einer schönen Landschaft mit Bergen, Wäldern, noch leicht Schnee bedeckten Wiesen und verschiedenen Häusergruppen und Höfen. Mich erinnerte der Anblick sofort an einen Urlaubsort, an dem ich als Kind mit meinen Eltern öfter gewesen war und ich fragte mich, ob ich vielleicht doch noch eine Antwort auf meine Fragen erhielte indem mir z.B. irgendein Erlebnis aus der Kindheit präsentiert wurde, dass mit meiner aktuellen Situation in Verbindung stand. Dem war aber nicht so, die innere Führung hatte einen genauen Plan und flog mit mir auf ein Dorf zu. Wir passierten ein herrschaftliches Haus, die Bewohner waren gerade nach Hause gekommen und ich konnte eine Blick in den Eingangsbereich erhaschen, bevor sie die Türe schlossen. Wir flogen an dem Haus entlang und kamen an einer geöffneten Verandatüre vorbei. Interessiert blickte ich hinein und überlegte, ob wir nicht hineinfliegen könnten. Doch schon kam eine Bedienstete im schwarzen Kleid mit weisser Schürze und schloss diese Türe vor meiner Nase. Ich spürte wieder den Sog der inneren Führung, die weiter die Strasse entlang flog und bei einer Art Torbogen, der sich auf der rechten Seite in einer Mauer befand, eine abrupte Wendung machte und dort hineinflog. Es ging steil die Treppen nach unten, mir war es nicht so wohl dabei, denn wenn ich auf Reisen selbst entscheide, was ich tue und wo ich hingehe, vermeide ich es, Öffnungen zu benutzen, die nach unten gehen um nicht in der unteren Astralwelt zu landen und etwas Unangenehmes zu erleben. Nun tröstete ich ich mit dem Gedanken, dass diese Reise in die vermeintliche Unterwelt vielleicht doch auch etwas mit meinen Fragen zu tun hatte und ich vielleicht noch eine Antwort bekäme. Die Stufen endeten nach gefühlten 20m und ich entdeckte in der Wand ein quadratisches Loch im Durchmesser von ca. 50x30cm. Wieder schien es mir arg klein (wie auch bei der Erfahrung "Der Agent") und ich wusste nicht, wie ich dort hindurchpassen sollte aber schon hatten ich/wir den Durchgang passiert und befanden uns auf einer Art betoniertem Kanal, den wir in hoher Geschwindigkeit entlang sausten. Ich hatte das Gefühl, auf dem Rücken zu liegen und mit den Füssen voraus wie auf einer waagrechten Rutschbahn zu rutschen. Beim Blick zu meinen Beinen/Füssen stellte ich jedoch fest, dass ich keinen Körper hatte sondern aus einer Substanz wie sehr feinem Sand, fast wie Rauch, bestand. Ich schien eine Art energiereiche Sandwolke oder -wirbel zu sein, die hier durch den Kanal fegte, immer wieder eine Öffnung passierte und in einem weiteren Kanal landete und diesen entlang raste. Ich fand es hoch interessant, fühlte keine Angst und erwartete gespannt, was als nächstes passieren würde. Es gab dann einen fliessenden Übergang und ich nahm mich plötzlich in einer Achterbahn sitzend wahr, die wild hoch und hinunter sauste. Die Bahn war in einem grossen Raum, in dem sich mehrere Personen aufhielten. Alles war bunt und es gab neben der Bahn noch weitere Attraktionen. Ich fühlte mich wie in einem Spieleparadies für Erwachsene und Kinder. Ich blickte um mich und versuchte zu erkennen, ob jemand der Anwesenden meine Aufmerksamkeit anzog oder ich jemanden kenne würde. Dem war aber nicht so und wenige Momente später verlor ich meine Bewusstheit. Die innere Führung hatte ich ab dem Moment, als ich mich in der Achterbahn wahrnahm, nicht mehr spüren können. Ich nehme an, die Energiewolke hat ihre Reise im Kanal zum angesteuerten Ziel fortgeführt, bloss habe ich das bewusst nicht mehr miterlebt.

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