Freitag, 4. September 2015

Im Hochgebirge

Vor zwei Tagen gelang es mir in den frühen Morgenstunden von meinem Körper wegzuschweben. Draussen war es schon hell, jedoch war um mich herum alles dunkel. Möglicherweise lag das an der Schlafbrille, die ich in dieser Nacht trug. Der Astralkörper trägt meistens genau dieselbe Kleidung, mit der auch der physische Körper zum Zeitpunkt des Austritts bekleidet ist und die Sache mit der Schlafbrille war mir schon öfter passiert. Ich schwebte zum geöffneten Fenster und hing eine Weile auf der Fensterbank herum, während ich den Wind spürte und durch mehrmaliges Wiederholen des Begriffs "Klarheit" meine Sicht verbessern wollte. Die Schlafbrille als Ursache für die Dunkelheit kam mir heute leider nicht in den Sinn, sonst hätte ich sie einfach "abgesetzt". Ich fühlte mich ziemlich schwach und spürte den Sog, der mich zurück in Richtung meines Körpers zog. Es gelang mir nicht, dagegen anzukämpfen und ich fand mich nach einem kurzen Blackout in einer gebirgigen Landschaft auf einem leicht abschüssigen Weg wieder.
Ich sass auf einer Holzbank ohne Lehne und neben mir entdeckte ich meinen Freund. Die Bank schien ein Transportmittel zu sein, denn wir fuhren oder besser gesagt schwebten damit in mässiger Geschwindigkeit den Weg entlang. Links von meinem Freund befand sich eine steile Felswand, rechts von mir war ein Abhang mit Geröll. Der Weg war breit genug um problemlos dort entlang reisen zu können jedoch war er an manchen Stellen etwas schmaler, dort wo Teile des Weges abgebrochen und den Hang hinunter gerutscht waren, so wie man das auf Wanderwegen im Gebirge öfters antrifft. Wenn wir mit unserem Gefährt an solchen Stellen vorbeikamen, lehnten wir uns weiter nach links Richtung Felswand worauf das Gefährt reagierte und wir die schwierigen Stellen umfahren konnten. Ich blickte in die weite Wildnis rechts von mir und erspähte im Geröllfeld einen Esel. Er kletterte dort herum, rutschte mit einem mal ab, schlitterte den Hang hinab, überschlug sich einige Mal, fiel über eine Klippe und stürzte im freien Fall mehrere Meter nach unten, wo er unversehrt auf seinen Hufen landete. Wir waren zwischenzeitlich über eine Bergkuppe gefahren und erblickten die gerade aufgehende Sonne. Der rot-rosa gefärbte Himmel vor uns war ein wunderschöner Anblick und es herrschten hier oben ganz spezielle Lichtverhältnisse. "Wo sind wir hier eigentlich?" fragte ich und wendete mich zu meinem Freund. Er blickte mich stumm an. Ich wusste in diesem Moment, dass wir uns in einem Traum befanden und teilte ihm dies mit. Da machte es "plopp" und er verschwand einfach aus der Szene. Er muss wohl in seinem Bett aufgewacht sein, dachte ich mir. Ich lief noch etwas weiter durch die Felsenlandschaft, genoss die schöne Stimmung und bemerkte wenig später, wie es um mich herum immer dunkler wurde. Zuletzt war es vollkommen finster und lediglich auf dem Boden vor mir war ein heller Lichtkegel im Durchmesser von ca. 1m. Das Licht schien von meiner Stirn zu kommen, denn der Lichtkegel bewegte sich immer dorthin, wo ich hinblickte. Im ersten Moment dachte ich, ich hätte eine Stirnlampe auf aber dann kam mir der Gedanke, dass es womöglich meine Zirbeldrüse war, die mir hier den Weg leuchtete. Wenig später erlosch das Licht und ich landete in einem Trübtraum. Als ich später meinem Freund von dem Traum erzählte, stellten wir fest, dass er zu dieser Zeit auch noch geschlafen und sogar von mir geträumt hatte. In seinem Traum waren wir auf einer Art Veranstaltung oder Feier und er berichtete, dass wir lange nebeneinander gesessen hätten, ganz ähnlich wie wir in meinem Traum auf der Holzbank sassen.

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