Donnerstag, 12. Mai 2016

Der lange Weg zurück

Vor wenigen Tagen hatte ich morgens gegen 7:30 Uhr auf die Uhr geschaut und mich dann nochmals umgedreht um noch ein paar Minuten liegen zu bleiben. Ich lag flach auf dem Bauch und überlegte, ob es mir gelingen würde, meinen Körper zu verlassen, auch wenn diese Position für eine AKE nicht so gut geeignet war. Dennoch gelang die Loslösung kurze Zeit später. Es fühlte sich an, als konnte ich mich mit meinem Astralkörper einfach umdrehen, aufsetzen und ganz normal aufstehen. Ich ging zum Fenster und schwebte hindurch, draussen zog die Landschaft unter mir vorbei und ich hatte gute Sicht. Ich war lange Zeit unterwegs, gelangte von einer Szene in die nächste und erinnerte mich immer wieder daran, dass ich doch gleich aufstehen und zur Arbeit gehen wollte. Ich fragte mich, weshalb der Wecker noch nicht geklingelt hatte und beschloss, zurückzugehen und aufzuwachen. Leider gelang das nicht und ich erlebte mehrmals ein falsches Erwachen. Ich dachte im ersten Moment immer, ich sei wach aber dann fiel mir auf, dass einige Details anders waren als in meiner Alltagsrealität, z.B. war es viel zu dunkel für die morgendliche Tageszeit, teilweise sah ich Lichtphänomene und –blitze in meinem Zimmer, die so im Alltag nicht vorkommen und einmal als ich dachte, ich hätte es endlich geschafft, bemerkte ich beim Blick auf die Uhr, dass diese kurz nach 3 Uhr zeigte, was leider auch nicht stimmen konnte, weil ich mich daran erinnerte, zuvor im Wachzustand um halb acht auf die Uhr geschaut zu haben. Da ich also nicht aufwachen konnte, beschloss ich mein Zimmer wieder zu verlassen und weiter umherzuziehen.
Nach einem kurzen Blackout kam ich in einem Wald wieder zu Bewusstsein. Um mich herum war alles überschwemmt, es lagen Reste von Schlauchbooten und Paddeln im Wasser. Es sah aus, als hätte eine grosse Flutkatastrophe stattgefunden. Ich war ganz alleine dort und fragte mich, was passiert sein mochte und wieso keine anderen Menschen um mich herum waren. Waren sie etwa alle ertrunken? Warum hatte ich überlebt? Ich befand mich etwas erhöht am Rand des grossen überschwemmten Bereichs mitten im Wald. Ich lief weiter in das Dickicht hinein und schien fernab jeglicher Zivilisation zu sein, konnte aber nach einer Weile in einiger Entfernung eine riesige Maschine ausmachen, die aussah als würde sie durch den Wald pflügen. Im Fahrzeuginneren konnte ich einige glatzköpfige und ölverschmierte Arbeiter erkennen. Sie sahen überhaupt nicht vertrauenserweckend aus und wirkten wie eine Horde Piraten auf einem altertümlichen Frachtschiff, das sich vor meinen Augen durch den Wald schob. Hatte ich im ersten Moment noch gedacht, ich könne mitfahren und gerettet werden, war diese Hoffnung beim Anblick der dubios aussehenden Männer schnell verflogen und ich hastete weiter ins Dickicht hinein, hoffend sie würden mir nicht folgen. Sie hatten mich gesehen, ihre Maschine konnte aber dort wo ich im Unterholz verschwunden war nicht entlang fahren. Ich hatte keine Ahnung, wie ich jemals wieder aus diesem Wald herauskommen sollte und quälte mich weiter durchs Gestrüpp. Nach einiger Zeit gelangte ich an den Rand des Waldes und hatte einen freien Blick auf das vor mir liegende Land. Mir fiel an dieser Stelle wieder ein, dass ich vorhin schon mehrmals versucht hatte „aufzuwachen“ und ich nahm mir erneut vor, es dieses Mal zu schaffen. Ich müsste doch nur ganz fest an meinen physischen Körper denken, wie er im Bett lag und dann sollte es gelingen. Ich probierte es, erwachte aber in einem anderen Bett in einem Zimmer, dass zuerst wie mein altes Kinderzimmer aussah, sich dann aber schnell in einen mir unbekannten Raum verwandelte. Ich war entmutigt. Wieso funktionierte es nicht und wie viel Zeit mochte in der Zwischenzeit vergangen sein? Was, wenn ich es überhaupt nicht mehr in meine mir vertraute Alltagsrealität zurückschaffte? Würden mich meine Familie und mein Freund dann tot im Bett vorfinden? Bei dem Gedanken wurde mir ganz bange. Ich war drauf und dran einen Handel mit Gott zu schliessen, dass ich nie wieder versuchen würde eine ausserkörperliche Erfahrung zu erleben, wenn er mich nur dieses eine Mal zurück in meine Realität liesse. Dann versuchte ich mich mit dem Gedanken zu trösten, dass vielleicht sowieso bald die Welt untergehen würde und ich womöglich vorab in eine andere Dimension hatte wechseln dürfen. Es half alles nichts und ich verliess schliesslich das mir unbekannte Haus und wagte mich nach draussen. Es war sommerlich warm, überall standen grosse Häuser umgeben von viel frischem Grün und fast jedes Grundstück hatte einen eigenen Pool. Die Gegend wirkte luxuriös und es schien nicht der schlechteste Ort zu sein für einen längerfristigen Dimensionswechsel. Ich schwebte umher bis mir auffiel, dass ich die einzige war, die hier schwebte. War es vielleicht Energieverschwendung und sollte ich diese Bewusstheitsenergie lieber aufsparen, damit ich mich möglichst lange daran erinnern konnte, dass dies hier nicht meine gewohnte Umgebung war? Ich spürte, dass die Gefahr bestand, diese Realität als meine neue Heimat anzunehmen und zwar schneller als mir lieb war. Die Erinnerungen an meine gewohnte Alltagsrealität begannen zu verblassen und ich nahm mir gleichzeitig fest vor, mich mit dieser neuen Heimat nicht so sehr zu identifizieren wie ich es mit der alten Heimat getan hatte. Wozu auch? Dies schien eine endlose Reise zu sein, bei der ich immer wieder in einem neuen Bett in einer neuen Realität aufwachte. Wie konnte ich da überhaupt davon ausgehen, dass eine dieser Realitäten meine wahre, richtige Heimat war? Während ich mich mit diesen Fragen beschäftigte, dunkelte meine Sicht auf die schöne Sommerlandschaft für einen Bruchteil einer Sekunde ein und ich nahm direkt vor mir das Gesicht eines Mannes wahr. Kurz darauf war die Szene wieder stabil und der Mann stand neben mir. Es war, als hätte er sich aus dem Nichts neben mir materialisiert. Ich war sehr aufgeregt darüber ihn zu treffen, er kam mir einerseits sehr vertraut vor und andererseits war ich mir sicher, ihm zum ersten Mal zu begegnen und wie zur Bestätigung rief ich „Gell, wir kennen uns nicht!?“. Der Mann nickte und lächelte. Ich fragte ihn, warum ich bzw. wir hier waren und der Mann erwiderte: „Wir müssen hier bleiben. Wir können hier nicht weg. Das ist eine Verfügung.“ Ich nahm an, mit „wir“ meinte er sich und alle anderen in dieser Sommerlandschaft denn ich kam ja schliesslich aus einer anderen Realität, in die ich unbedingt zurückwollte. Ich fand seine Antwort hochspannend und wollte unbedingt mehr über diese „Verfügung“ erfahren aber genau in diesem Moment klappten meine Augen auf und ich war endlich zurück in meiner mir wohl vertrauten Umgebung. Das letzte, was ich schemenhaft von dem Mann wahrgenommen hatte, war, dass er gegen Ende unseres Gesprächs, kurz bevor es mich schlagartig zurück in meinen Alltag gebeamt hatte, zu einem kleinen Jungen geworden war, der neben mir im Gras in der schönen Sommerlandschaft sass. Es war erstaunlich, wie schnell auf einmal alles gegangen war, wo ich zuvor doch verzweifelt versucht hatte zurückzukommen. Ich war hellwach und griff sofort nach meinem Handy um die Erfahrung auf zu sprechen. Der Blick auf das Display zeigte, dass nur knapp 15min vergangen waren, was ich kaum für möglich hielt. Rein vom Zeitgefühl her war mir die Erfahrung unendlich lange vorgekommen. Ich begann zu diktieren und meine Stimme war klar und laut. Als ich die Aufnahme später anhörte, war alles deutlich zu verstehen bis auf den Teil als der Mann auf der Bildfläche erschienen war. An dieser Stelle knackte die Aufnahme und meine Beschreibung des Gesprächs mit ihm war dumpf und kaum hörbar. Wie konnte das sein? Alles, was ich davor und danach aufdiktiert hatte war in aller Deutlichkeit zu verstehen. Sollte ich dieses Gespräch etwa vergessen und nicht mehr über die „Verfügung“ nachdenken? Was mir aus dieser Erfahrung in jedem Fall geblieben ist, ist die Wertschätzung und Dankbarkeit für eine stabile, vertraute Umgebung. Hatte ich sonst manches Mal gedacht, wie leicht doch das Leben in den Astralwelten ist wo ein kleiner Gedanke ausreicht um etwas zu erschaffen oder sich fortzubewegen, erkannte ich jetzt im Gegensatz dazu die Vorzüge der fixen materiellen Welt, auch wenn alles, was hier realisiert und erlebt werden möchte, verhältnismässig schwerfälligen Bedingungen unterliegt.

2 Kommentare

  1. Hallo, Christine
    total spannender Text, danke erstmal.
    Ich weiss nicht, ob ich Dir davon schon erzählt habe, aber ich war einmal ausserkörperlich als ich im Halbschlaf war und eine sms bekommen hatte. Ich entschied mich aufzustehen, konnte dann aber weder den Lichtschalter betätigen noch das Handy greifen, war aber ganz klar ausserhalb von meinem Bett in meiner Wohnung. Auch im Zimmer nebenan ging das Licht nicht an. Es war aber ein silbriges Licht, obwohl meine Jalousien fast total abdunkeln. Nun denn, warum ich das erzähle: Als nirgendwo Licht anging usw. war ich perplex und habe mich einfach auf den Boden gesetzt um zu überlegen, was ich jetzt tun könnte. Mir kam leider nicht in den Sinn, dass ich eine AKE hatte. Aber mit dem Sitzen auf dem boden war die Erfahrung leider zuende, und ich bin später ganz normal aufgewacht. Es wird ja auch gesagt, dass man nicht ruhen darf, weil der luzide Traum oder die AKE dann ganz schnell zuende gehen kann.
    Daher wäre es vielleicht eine Lösung, wenn es nicht klappt, in den Körper zu gelangen, dass Du einfach meditierst und ruhig wirst. Vielleicht geht es dann ganz schnell.
    So als Anfänger-Tipp an den Profi ;-)
    LG, Uwe

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    1. Hallo Uwe,
      danke für deinen Kommentar und den Tip. :-) Ich habe noch nie probiert im luziden Traum oder ausserkörperlich zu meditieren, habe aber schon von anderen gelesen, die das gemacht haben. Es heisst ja eigentlich, es würde ausreichen an den physischen Körper zu denken um aufzuwachen...bei mir war es dieses Mal leider immer ein falsches Erwachen oder ein Erwachen in einem völlig anderen Bett... Dass der Lichtschalter nicht funktioniert, habe ich ake auch schön öfter festgestellt. Das ist auch ein guter Test um sich der Situation bewusst zu werden und den Zustand zu nutzen...wenn man nicht beschliesst zu meditieren. ;-) Liebe Grüsse, Christine

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