Mittwoch, 13. März 2013

Im Jenseits und keiner will's wissen...

Vor einigen Wochen hatte ich einen seltsamen Traum. Mir fiel im Verlauf des Traumes plötzlich auf, dass ich und alle anderen um mich herum gestorben waren. Es interessierte sich jedoch keiner dafür, als ich versuchte, die anderen darauf anzusprechen, dass wir uns nun in einer Realität befanden, die anderen Gesetzen unterworfen war als den irdischen. Bewusst wurde ich im Traum erst langsam nach und nach. Es begann damit, dass ich mich mit einer Kollegin vor einem Hotelzimmer befand, in dem wir unsere Chefin lautstark mit mehreren Personen diskutieren hörten. Nach einer Weile ging die Türe auf, wir betraten den Raum und nahmen uns einige Häppchen vom Buffet. Auf der Terrasse vor dem Hotelzimmer bemerkte ich eine Familie, die darauf hoffte, das Zimmer betreten zu können. Vielleicht um sich schnell an den Resten des Buffets zu bedienen, wie ich vermutete. Es ging ihnen jedoch um etwas anderes, denn kaum waren sie im Zimmer, rannte der Mann ins Bad, welches ich kurz vor ihm betreten hatte. Ich komplimentierte ihn wieder hinaus und bemerkte dann im Bad einen Aufzug. Meine Chefin war kurz zuvor mit diesem Aufzug in die untere Etage gefahren, vermutlich um dort die Toilette zu benutzen. Ich stieg in den Aufzug und wurde nach oben befördert. In dem Moment merkte ich, wie sich die Traumrealität zu teilen schien. Ich war nun in einer komplett anderen Ebene als die übrigen. Ich hörte unten Tumult und die Familie versuchte, sich in den Aufzug zu drängen, während meine Chefin vergeblich versuchte, aus der unteren Etage wieder nach oben zu kommen. Die Familie war schneller und schaffte es in letzter Sekunde, nach oben zu kommen. Für alle anderen war der (Auf-)Zug abgefahren und sie mussten unten bleiben.
Ich stand nun da mit der Familie und schaute mich um. Wir befanden uns mit vielen anderen Menschen in einer Art Halle, es lief ruhige Musik und wir schienen alle auf irgendetwas zu warten oder nicht recht zu wissen, was wir hier sollten. Ausser dem Familienvater, er wirkte recht zielstrebig und kam auf mich zu und forderte mich zum Tanz auf. Ich war verunsichert und blickte ihn fragend an, ob das für seine Frau in Ordnung wäre. Er kümmerte sich nicht darum, legte den Arm um mich und fing an mich herumzuwirbeln. Er tanzte einen völlig anderen, schnelleren Rhytmus als die Musik, die im Hintergrund lief. Er schien seine Musik selbst zu erzeugen und da er mich berührte, konnte ich sie ebenfalls hören, zumindest in meinem Kopf. So war unser Tanz in sich harmonisch aber er passte überhaupt nicht zu der Musik im Hintergrund. Wir drehten uns durch den ganzen Raum und kamen irgendwann an einer Bekannten aus meinem Alltag vorbei, einer älteren Frau, die schon seit langer Zeit nicht mehr gut beieinander ist. Leider nahm sie mich gar nicht wahr und auch als ich sie auf verschiedene Arten ansprach um einen Überraschungseffekt zu bewirken, reagierte sie nicht. In dem Moment dämmerte mir, was hier nicht stimmte: wir waren alle gestorben und keiner merkte es! Ausser der Mann, der hatte es gewusst und liess von mir ab, als er sah, dass mir nun auch klar war, in welchem Zustand wir uns befanden. Ich zog gleich darauf los um die Gegend zu erkunden. Es war schon abends und wurde langsam dunkel. Ich überlegte, wo ich die Nacht verbringen könne und wie wohl die Gesetze in dieser Realität wären. Ich lief durch die Stadt und entdeckte auf einer Mauer meine Tasche mit ein paar Habseligkeiten von mir darin. Auch mein Geldbeutel war in der Tasche, allerdings leer. Ich nahm ihn mit, vielleicht kam ich ja irgendwie zu Geld, was hier immer noch wichtig zu sein schien. Ich betrat ein Stoffgeschäft, gleichzeitig mit einer Mutter und ihrer Tochter. Sie stürzten sich sofort auf die Bedienung und versuchten zu verhindern, dass ich vor ihnen dran käme. Ich konnte es nicht fassen, dass dieses dumme Spiel von Konsum und Ellenbogenmentalität hier auf dieser Ebene weiter ging. Ich sprach die drei an und fragte, ob sie wüssten wo wir hier wären. "In Irland" antwortete das Mädchen und kicherte. Ich erwiderte, dass ihr dies nur wie Irland vorkäme, dass wir aber alle gestorben waren und hier ganz andere Dinge möglich wären. Statt dessen führten wir dieses dämliche Erdenleben weiter und kümmerten uns nicht darum, dass dies überhaupt keinen Sinn machte. Es waren in der Zwischenzeit eine Menge Leute in den Laden gekommen. Alle starrten mich an und keiner wollte mir glauben. Leider erwachte ich in diesem Moment...

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