Samstag, 23. März 2013

Problemlösung mittels AKE

Kürzlich war ich nachts aufgewacht und konnte längere Zeit nicht mehr einschlafen. Nach einer Weile gelang es mir, mich vom Körper zu lösen. Ich schwebte auf das Dachfenster zu, die Sicht war gestochen scharf, so gut wie selten, und dies blieb auch so, nachdem ich das Fenster passiert hatte und mich unten im Hof befand. Ich war unschlüssig, was ich tun könnte. Kurz kam mir der Gedanke, die Nachbarinnen zu besuchen aber ich hatte kein grosses Interesse daran und verwarf die Idee. Dann fiel mir eine weitere Nachbarin ein, die im vorderen Teil des Gebäudes wohnt und zu der ich einen guten Draht habe. Ich schwebte um das Haus herum aber bevor ich den Treppenaufgang zur ihrer Tür erreicht hatte, wurde meine Aufmerksamkeit vom Nachbargebäude abgelenkt. Es sah aus wie eine Attrappe oder ein Modell aus Pappe und vor lauter Erstaunen vergass ich mein Vorhaben und wurde kurz darauf zurück in den Körper gezogen. Es gelang mir erneut, diesen zu verlassen indem ich einfach die Beine aus dem Bett schwang und ganz normal zum Fenster lief, zumindest fühlte es sich so an. Beim Durchqueren des Dachfensters merkte ich allerdings, dass die Sicht nun sehr viel schlechter war als zuvor. Das gesamte obere Blickfeld fehlte, es war alles schwarz, als hätte jemand einen Balken darüber gelegt. Ich liess mich zurückziehen und startete erneut. Bei diesem Mal fiel mir ein, dass ich mir zuvor im Wachzustand eine Frage vorgenommen hatte bzgl. eines Problems, mit dem ich mich zu der Zeit herumschlug. Ich wollte unbedingt wissen, womit es zu tun hatte und formulierte nun erneut im Geiste meine Frage. Ich bewegte mich zum Dachfenster und beim Durchqueren fiel mir auf, dass ich nun nicht auf dem Hof zu landen schien, wie sonst meistens, sondern ich bewegte mich auf einen bunten Laubwald zu. Unten angekommen bemerkte ich, dass es neblig war. Die Szene, die im ersten Moment noch freundlich gewirkt hatte, wurde nun bedrohlich und mich beschlich ein ungutes Gefühl.
Ich war auf einer Art Lichtung angelangt und spürte, dass hier etwas Schlimmes vorgefallen war. Ich hatte gleich den Eindruck, in einem früheren Leben gelandet zu sein und auf der Lichtung musste eine Gewalttat, vermutlich eine Hinrichtung, stattgefunden haben, an der ich in irgendeiner Weise beteiligt war. Eigentlich wollte ich gar nicht mehr wissen und fragte mich gleichzeitig auch, ob mir mein Unterbewusstsein hier irgendetwas vorgaukelte, da ich ja schliesslich im Alltag an einem Problem herumkaute, das ich als relativ massiv empfand, und so wurde mir eben auch eine "massive Szene" präsentiert. Kaum hatte ich jedoch signalisiert, dass ich genug gesehen hatte, änderte sich die Szene schlagartig. Die Lichtung lag nun friedlich da in der Nachmittagssonne und verschiedene, zuvor unheimlich wirkende Gerätschaften, die ich schemenhaft im Nebel wahrgenommen hatte, bildeten nun Teil eines Kinderspielplatzes. Kurz darauf zog es mich zurück in meinen Körper, es gelang mir jedoch erneut zu starten und dieses Mal verliess ich das Schlafzimmer nicht durch das Dachfenster sondern bewegte mich Richtung Wohnzimmer. Der Durchtritt durch die Türe beförderte mich direkt in eine andere Realität. Ich landete in einer Kammer und beobachtete dort eine Weile lang eine Person, die genauso aussah wie ich, und gerade dabei war, etwas zum Anziehen zu suchen. Nach einer Weile fiel mir auf, dass ich mich anscheinend selbst beobachtete und in diesem Moment wurde ich zu der Person, die im Zimmer umherlief. Die Kammer war sehr klein und stand voll mit allerlei Dingen. Ich schien hier mit meinem Mann und vielen Kindern zu wohnen. Die Kinder hatten ihre Schlafplätze in einem Nebenraum, der noch viel kleiner war als der Wohnraum und bestimmt sechs oder sieben Kojenbetten enthielt. Ich war alleine zuhause und hatte keine Ahnung, wo der Rest der Familie war. Nach einer Weile zog es mich zurück in meinen Körper. Die Szene in der Kammer hatte sich nicht in unserer Zeit abgespielt und es könnte sein, dass sie irgendwie mit der vorigen Szene auf der Waldlichtung in Verbindung stand. Erfreulich war, dass ich im Nachhinein feststellen konnte, dass ich mein "Problem" nun weit weniger schwerwiegend empfand als vor der Erfahrung und diesbezüglich offensichtlich etwas transformieren konnte. Ein weiterer Lerneffekt war die Erkenntnis, dass sich Szenen (oder Probleme) je nach Sichtweise anders präsentieren können und immer im Auge des Betrachters liegen. Was im einen Moment als gruselige Waldlichtung erscheint, kann sich im nächsten als Spielplatz im Sonnenschein zeigen.

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