Montag, 1. April 2013

Das silberne Kügelchen

Heute in den frühen Morgenstunden wachte ich immer wieder auf und verbrachte einige Zeit im Halbschlaf. An irgendeinem Punkt merkte ich, wie sich mein Bewusstsein vom Körper lösen wollte. Es war schwierig und ich brauchte mehrere Anläufe, bis ich es endlich geschafft hatte. Während dieser Zeit war meine Sicht sehr schlecht. Vielleicht lag es aber auch daran, dass es im Zimmer dunkel war, aufgrund der geschlossenen Rollläden. Ich befand mich in einer mir relativ fremden Umgebung, da ich gerade zu Besuch bei meinen Eltern war, die vor einigen Monaten umgezogen sind. Während ich da versuchte, mich aus dem Bett bzw. Körper zu rollen, mich aufzusetzen oder einfach nach oben hinweg zu schweben, merkte ich, dass mein Bewusstsein ziemlich getrübt war und ich darüber nachdachte, ob dies eher eine geträumte AKE wäre, da ich mich sonst meistens viel klarer fühlte. Aufgrund der fehlenden Sicht versuchte ich es mit einem entschiedenen "Klarheit sofort!" und ich konnte dann auch direkt das Sideboard sehen, neben dem ich lag. Komisch war nun aber, dass ich diesen Blick nach links auf das Möbelstück beibehielt, während ich mich im Körper hin- und herdrehte und versuchte herauszukommen. Wie ein Standbild blieb der Anblick vor meinen Augen, auch als ich längst in eine andere Richtung blickte. Schliesslich hatte ich es geschafft und befand mich mitten im Raum und hatte auch gute Sicht. Ich bewegte mich zur Treppe und nach unten ins Esszimmer. Dort sassen meine Eltern am Tisch und unterhielten sich. Wieder war meine Sicht sehr schlecht aber ich konnte sie um so besser hören. Sie waren dabei, eine Tagesplanung zu machen und stellten eine Liste zusammen, was sie alles erledigen wollten. Ich nahm mir vor, mir einige Dinge für nach dem Aufwachen zu merken, damit ich sie später fragen konnte, ob das Gespräch tatsächlich stattgefunden hatte. Ich wiederholte drei Begriffe (Buch - Gefrierfach - ?) mehrere Male in meinem Kopf und merkte mir auch Gesprächsfetzen über zwei Personen,  mit denen es ein Problem kam. Während ich dies mantrenhaft wiederholte, dachte ich gleichzeitig darüber nach, dass es doch kaum so schwer sein konnte, die Begriffe ins Wachbewusstsein hinüberzuretten. Bevor ich das Esszimmer verliess, ging ich noch ganz nah an meine Mutter heran, weil ich testen wollte, ob sie mich wahrnehmen konnte. Mein Gesicht befand sich nur noch wenige Zentimeter von ihrem entfernt, sie drehte den Kopf zur Seite und blickte mich direkt an, konnte mich aber nicht wahrnehmen. Da meine Sicht immer noch nicht besonders gut war, schwebte ich wieder in den oberen Raum und verliess die Wohnung von dort durch die Balkontüren.
Draussen erwartete mich wunderschönstes Wetter. Ich wusste, dass die letzten Tage in der Alltagsrealität sehr verhangen gewesen waren und freute mich an dem strahlenden Sonnenschein. Ich war direkt in einer grossen Grünanlage angelangt, die es weiter weg vom Haus in Richtung See so in der Art tatsächlich gibt. Eigentlich hätte ich vor dem Haus auf der Strasse bzw. im Wohngebiet landen müssen, da ich die Umgebung aber noch nicht so oft gesehen hatte, fiel mir das nicht auf. Es waren sehr viele Leute unterwegs und ich testete immer wieder, ob mich jemand wahrnehmen konnte, aber das war nicht der Fall. Schliesslich fiel mir ein ca. 1-jähriges Kleinkind in einem Kinderwagen sitzend auf, dass in meine Richtung blickte. Ich ging zu dem Kind hin und begrüsste es. Das Kind sagte "Hallo" und schaute mir interessiert ins Gesicht. Ich fragte mich, auf welche Art mich das Kind wohl sehen konnte, ob ganz normal oder ob ich ihm eher wie ein Geist erschien, ob ich ihm womöglich sogar Angst machte usw. Auch überlegte ich, ob ich von dem Kind vielleicht eine hilfreiche Information erhalten könne, darüber um was es für mich in dieser Situation hier ging und was ich tun sollte. Das Kind schien meine Unsicherheit zu spüren und sagte "geh lieber wieder heim und leg dich ins Bett". Na, das war ja ein toller Tip! Früher hätte mich das sicher noch mehr verunsichert und ich hätte mich gefragt, ob ich etwas falsch gemacht hätte usw. Hier und heute erinnerte ich mich aber daran, dass man den Traumpersonen nicht alles glauben soll und so zog ich weiter. Die Grünanlage liess ich irgendwann hinter mir und schwebte anschliessend durch die Stadt. Es waren weiterhin viele Leute unterwegs, von denen mich niemand sehen konnte. Ich überlegte, was wohl andere luzide Träumer in meiner Situation tun würden. Vermutlich würden sie ein Portal suchen um z.B. in eine andere Dimension zu gelangen. Da ich aber nicht in der unteren Astralebene landen wollte, liess ich das lieber bleiben. Kurz darauf kam mir der seltsame Gedanke, mich auszuziehen. Ich stand mitten in einer Gasse, mehrere Menschen liefen an mir vorbei und ich begann, mich nach und nach meiner Kleidungssstücke zu entledigen. Dies war jedoch gar nicht einfach, den kaum hatte ich etwas abgelegt, sprang das Kleidungsstück regelrecht zurück an meinen Körper. Meine Schuhe zog ich bestimmt drei oder vier Mal hintereinander aus und im nächsten Moment hatte ich sie wieder an den Füssen. Wie konnte das denn sein und wieso hatte ich nicht die Macht, die Kleidungsstücke abzulegen? Da fiel mir ein, dass dies etwas mit meiner Programmierung zu tun haben musste. Schliesslich befand ich mich in einer belebten Gasse und im Alltag hätte ich niemals versucht, mich in so einer Situation auszuziehen. Da ich mich aber nicht im Alltag befand und mir der Hinderungsgrund nun bewusst war, gelang es mir im nächsten Moment problemlos und ich konnte alle Kleidungsstücke ablegen. Während dieser Aktion fiel mir auf, wie sich plötzlich Leute näherten, die mich sehen konnten. Es waren andere Leute als vorher und mein Verhalten musste sie irgendwie angelockt haben. Ich stand da nun ohne Kleidung und kurz darauf erschien eine kleine, schlanke Frau vor mir, ca. 25-30 Jahre, mit blonden, kinnlangen Korkenzieherlocken. Die Frau sprach mit mir, während sie ebenfalls ihre Kleidung ablegte und da sah ich auf ihrer Zunge ein kleines, silbernes Kügelchen blitzen. Ich fragte mich, ob sie vielleicht ein Zungenpiercing hatte aber mir blieb nicht viel Zeit zum Nachdenken, denn als sie alle Kleidung abgelegt hatte kam es zu einer sexuellen Begegnung zwischen ihr und mir. Aus den Augenwinkeln sah ich, dass sich noch mehr Menschen eingefunden hatten, die in einem gewissen Abstand einen Kreis um uns bildeten. Sie beobachteten uns, jedoch nicht auf gaffende Art sondern eher wie Zeugen eines Rituals. Die Energie zwischen der Frau und mir erhöhte sich und ich wusste, die Erfahrung würde gleich zu Ende sein. Bevor dem aber so war, küsste mich die Frau und schob mir das silberne Kügelchen in den Mund. Ich schluckte es sofort und ohne zu überlegen, was das sein mochte. Es war völlig normal, dass ich das tat und schien der Höhepunkt des Rituals zu sein. Im nächsten Moment klappten meine Augen auf und ich fand mich in meinem Bett wieder. Ich dachte noch eine Weile darüber nach, was das wohl für eine Begegnung gewesen war und ob ich durch dieses Kügelchen irgendeine luzide Fähigkeit bekommen hatte. Die Frau kannte ich nicht, wenngleich sie mich ganz entfernt an eine Person aus dem Alltag erinnerte.

Später sprach ich meine Eltern auf das mit angehörte Gespräch an. Sie waren an dem Morgen noch im Bett gelegen und es musste sich um eine andere Situation gehandelt haben, vielleicht einige Tage zuvor, oder eine Mischung aus Eindrücken verschiedener Gespräche, die noch im Äther hingen. Jedenfalls konnten sie mit den Begriffen "Buch" und "Gefrierschrank" sofort etwas anfangen, da beides kurz vor meinem Besuch einmal morgens, als sie den Tag geplant hatten, Thema gewesen war. Ebenso die Gesprächsfetzen über die beiden Personen bzgl. einer bestimmten Problematik waren aktuell, wenngleich ich über diese Sache im Wachbewusstsein informiert gewesen war. Den dritten Begriff hatte ich mir leider nicht merken können und ich war mal wieder perplex, wie schwierig es ist, Informationen aus AKEs oder Träumen ins Wachbewusstsein zu transportieren, wo man doch während der Erfahrung denkt, das wäre kinderleicht und man könne sich dieses oder jenes auf jeden Fall merken.

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