Ich sass in einem Auto auf dem Beifahrersitz und plötzlich wurde mir bewusst: dies ist ein Traum! Ich blickte
aus dem Fenster, draussen war es dämmerig. Ich wurde luzide und
nahm mich in der Traumsequenz wahr sowie gleichzeitig meinen Körper
im Bett liegend. Ich wusste, dass ich mit genug Willenskraft meinen
Körper verlassen konnte, einmal in der Szene in der ich im
Auto sass und gleichzeitig wäre es aber das Verlassen meines
Körpers, der im Bett lag. Ich schaffte es durch langsame und
beständige Konzentration und schob mich Stück für
Stück durch das Autofenster und gleichzeitig durch
das Dachfenster in meinem Schlafzimmer.
Draussen angelangt flog ich
direkt los. Es war traumhaft schön, ich sah den anbrechenden Morgen, den
blassen Mond, Nebelschwaden die über den Feldern hingen und in
der Ferne blitzten die schneebedeckten Berge. Ich genoss diesen Flug
und das Gefühl der Freiheit sehr. Nach einer
langen Zeit kam ich zu Häusern, die hell erleuchtet waren. Es
war früher Morgen und die Menschen standen nun auf. Kurz kam der
Impuls auf, in die Fenster zu schauen oder sogar in die Wohnungen zu
gehen aber ich wollte nicht. Nicht, weil ich die Leute stören
könnte sondern weil ich davon ausging, dass es zu einer
Verringerung meiner Aufmerksamkeit führen würde. Ich flog
längere Zeit um die Häuser, schaute mir die Gärten an
und versuchte mir kleine Details zu merken. Ich hoffte, das später
in der Alltagsrealität nachprüfen zu können, da ich
mich nicht allzu weit weg von meiner Wohnung wähnte. Ich prägte
mir auffällige Gartendekorationen ein, wie z.B. eine ca. 30cm grossen
Marienkäferstatue und kleine Flaggen von verschiedenen Ländern,
die jemand aufgehängt hatte. Die Sonne kam heraus und es war der
Beginn eines warmen Tages. Ich traf auf einen kleinen Jungen, der
mich sehen konnte. Er war vielleicht 2-3 Jahre alt. Er schaute mich
neugierig an und fragte „bist du Einstein?“.
Fast hätte ich
laut losgelacht und wunderte mich, woher dieser kleine Knopf von
Einstein wusste. Wobei ich zugeben musste, dass er trotz seines
geringen Alters ziemlich weise wirkte. Als ich die Frage
verneinte, fragt er ob ich „St. Urban“ (?) sei. Ich konnte mir
diese Fragen nur so erklären, dass es für ihn etwas sehr
besonderes sein musste, wie ich da plötzlich auf ihn zugeflogen
war. Wir wechselten noch einige Worte und dann fasste ich den Kleinen
an den Händen und schwebte ein bißchen durch die Gegend
mit ihm. Unter uns fuhr ein Auto vorbei, die Leute reckten ihre Hälse
und schauten verdattert in unsere Richtung. Ich hatte nicht den
Eindruck, dass sie mich sehen konnten, aber vermutlich sahen sie ein
Kleinkind durch die Lüfte schweben, was sicherlich komisch
aussah. Später traf ich noch auf eine andere Person, die in
einem der Gärten arbeitete. Sie war dunkelhaarig und auch
relativ dunkelhäutig. Ich sprach sie auf rätoromanisch an,
was ich eigentlich gar nicht kann in der Alltagsrealität und
merkte daran, dass ich wohl doch recht weit geflogen war und mich nun
im Südosten der Schweiz befand. Die Frau reagierte nicht auf
mich und erst als ich insistierte, blickte sie auf, lächelte
mich verlegen an und wechselte ein paar Worte mit mir. Es war ihr
unangenehm, hatte ich den Eindruck. Sie hatte ein Netz in den Händen,
in das sie irgendwelche Früchte sammelte. Nun nahm sie
das Netz und zog es sich vor ihr Gesicht, so als ob sie sich
verstecken wollte. Ich liess von ihr ab und entfernte mich. Beim
Blick zurück merkte ich, dass sie sich nun in einen Mann
mittleren Alters im Anzug verwandelt hatte, der erbost davon eilte.
Irgendetwas stimmte an der Sache nicht und der Mann kam mir vor wie eine Art Aufseher (?) oder so etwas ähnliches, der sich mittels dieser Frau getarnt hatte. Da ich nun doch recht weit
weg von meiner Wohnung war und mich erinnerte, dass ich die letzten
Male lange fürs Aufwachen gebraucht hatte, beschloss ich nun
zurück zu fliegen. Unterwegs entdeckte ich einen Zug und ergriff die Gelegenheit, ein Stück mitzufahren, das würde Energie
sparen. Ich legte mich auf das Dach des Zuges, der Wind pfiff mir um
die Ohren und ich genoss diese Fahrt bei der ich mich fühlte,
wie ein Actionheld aus dem Fernsehen. Auch die Tunnels waren kein
Problem aber irgendwann kam ein derart niedriger Tunnel, bzw. eine
Art Vorrichtung bei der Einfahrt des Tunnels, dass ich beschloss ab
zuspringen. Ich wusste zwar, dass ich theoretisch problemlos durch
dieses Hinderniss hindurchgelangen müsste, aber der Zug fuhr so schnell, dass ich es doch lieber nicht darauf ankommen liess. So sprang ich ab und flog selbst weiter. Meine Sicht heute war wirklich
gestochen scharf und ich hatte grossen Spass beim Fliegen. Ich
streckte einen Arm aus und flog wie Superman durch die Gegend. Auch
übte ich präzise an Höhe zu gewinnen oder zu verlieren
und meinen Kurs immer wieder abrupt zu ändern. Noch während
ich auf der Rückreise war Richtung meiner Wohnung klingelte der
Wecker und ich erwachte in meinem Bett.
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