Dienstag, 1. Oktober 2013

Fliegen wie Superman

Ich sass in einem Auto auf dem Beifahrersitz und plötzlich wurde mir bewusst: dies ist ein Traum! Ich blickte aus dem Fenster, draussen war es dämmerig. Ich wurde luzide und nahm mich in der Traumsequenz wahr sowie gleichzeitig meinen Körper im Bett liegend. Ich wusste, dass ich mit genug Willenskraft meinen Körper verlassen konnte, einmal in der Szene in der ich im Auto sass und gleichzeitig wäre es aber das Verlassen meines Körpers, der im Bett lag. Ich schaffte es durch langsame und beständige Konzentration und schob mich Stück für Stück durch das Autofenster und gleichzeitig durch das Dachfenster in meinem Schlafzimmer. Draussen angelangt flog ich direkt los. Es war traumhaft schön, ich sah den anbrechenden Morgen, den blassen Mond, Nebelschwaden die über den Feldern hingen und in der Ferne blitzten die schneebedeckten Berge. Ich genoss diesen Flug und das Gefühl der Freiheit sehr. Nach einer langen Zeit kam ich zu Häusern, die hell erleuchtet waren. Es war früher Morgen und die Menschen standen nun auf. Kurz kam der Impuls auf, in die Fenster zu schauen oder sogar in die Wohnungen zu gehen aber ich wollte nicht. Nicht, weil ich die Leute stören könnte sondern weil ich davon ausging, dass es zu einer Verringerung meiner Aufmerksamkeit führen würde. Ich flog längere Zeit um die Häuser, schaute mir die Gärten an und versuchte mir kleine Details zu merken. Ich hoffte, das später in der Alltagsrealität nachprüfen zu können, da ich mich nicht allzu weit weg von meiner Wohnung wähnte. Ich prägte mir auffällige Gartendekorationen ein, wie z.B. eine ca. 30cm grossen Marienkäferstatue und kleine Flaggen von verschiedenen Ländern, die jemand aufgehängt hatte. Die Sonne kam heraus und es war der Beginn eines warmen Tages. Ich traf auf einen kleinen Jungen, der mich sehen konnte. Er war vielleicht 2-3 Jahre alt. Er schaute mich neugierig an und fragte „bist du Einstein?“.
Fast hätte ich laut losgelacht und wunderte mich, woher dieser kleine Knopf von Einstein wusste. Wobei ich zugeben musste, dass er trotz seines geringen Alters ziemlich weise wirkte. Als ich die Frage verneinte, fragt er ob ich „St. Urban“ (?) sei. Ich konnte mir diese Fragen nur so erklären, dass es für ihn etwas sehr besonderes sein musste, wie ich da plötzlich auf ihn zugeflogen war. Wir wechselten noch einige Worte und dann fasste ich den Kleinen an den Händen und schwebte ein bißchen durch die Gegend mit ihm. Unter uns fuhr ein Auto vorbei, die Leute reckten ihre Hälse und schauten verdattert in unsere Richtung. Ich hatte nicht den Eindruck, dass sie mich sehen konnten, aber vermutlich sahen sie ein Kleinkind durch die Lüfte schweben, was sicherlich komisch aussah. Später traf ich noch auf eine andere Person, die in einem der Gärten arbeitete. Sie war dunkelhaarig und auch relativ dunkelhäutig. Ich sprach sie auf rätoromanisch an, was ich eigentlich gar nicht kann in der Alltagsrealität und merkte daran, dass ich wohl doch recht weit geflogen war und mich nun im Südosten der Schweiz befand. Die Frau reagierte nicht auf mich und erst als ich insistierte, blickte sie auf, lächelte mich verlegen an und wechselte ein paar Worte mit mir. Es war ihr unangenehm, hatte ich den Eindruck. Sie hatte ein Netz in den Händen, in das sie irgendwelche Früchte sammelte. Nun nahm sie das Netz und zog es sich vor ihr Gesicht, so als ob sie sich verstecken wollte. Ich liess von ihr ab und entfernte mich. Beim Blick zurück merkte ich, dass sie sich nun in einen Mann mittleren Alters im Anzug verwandelt hatte, der erbost davon eilte. Irgendetwas stimmte an der Sache nicht und der Mann kam mir vor wie eine Art Aufseher (?) oder so etwas ähnliches, der sich mittels dieser Frau getarnt hatte. Da ich nun doch recht weit weg von meiner Wohnung war und mich erinnerte, dass ich die letzten Male lange fürs Aufwachen gebraucht hatte, beschloss ich nun zurück zu fliegen. Unterwegs entdeckte ich einen Zug und ergriff die Gelegenheit, ein Stück mitzufahren, das würde Energie sparen. Ich legte mich auf das Dach des Zuges, der Wind pfiff mir um die Ohren und ich genoss diese Fahrt bei der ich mich fühlte, wie ein Actionheld aus dem Fernsehen. Auch die Tunnels waren kein Problem aber irgendwann kam ein derart niedriger Tunnel, bzw. eine Art Vorrichtung bei der Einfahrt des Tunnels, dass ich beschloss ab zuspringen. Ich wusste zwar, dass ich theoretisch problemlos durch dieses Hinderniss hindurchgelangen müsste, aber der Zug fuhr so schnell, dass ich es doch lieber nicht darauf ankommen liess. So sprang ich ab und flog selbst weiter. Meine Sicht heute war wirklich gestochen scharf und ich hatte grossen Spass beim Fliegen. Ich streckte einen Arm aus und flog wie Superman durch die Gegend. Auch übte ich präzise an Höhe zu gewinnen oder zu verlieren und meinen Kurs immer wieder abrupt zu ändern. Noch während ich auf der Rückreise war Richtung meiner Wohnung klingelte der Wecker und ich erwachte in meinem Bett.

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