Samstag, 12. Oktober 2013

Hartmut und Lena

Kurz nach dem letzten Erlebnis hatte ich in der zweiten Septemberhälfte eine weitere, interessante Erfahrung. Bei diesem Mal verliess ich das Haus ganz vorsichtig. Ich schob mich langsam durch das Dachfenster und hangelte mich dann von der Dachrinnen aus Schritt für Schritt nach unten. Mir kam die Idee, in die Wohnung einer meiner Nachbarinnen zu gehen. Sie ist eine leidenschaftliche Sammlerin von Allerlei und manchmal kommt es deswegen zu Unstimmigkeiten im Haus. Zeitweise sind die Beeinträchtigungen grösser, dann wieder erträglich aber eine Lösung wurde bisher nicht gefunden und die Nachbarin ist diesbezüglich nicht sehr gesprächsbereit, da es in ihren Augen kein Problem gibt. Warum also nicht einmal astral in ihrer Wohnung vorbeischauen? Früher hätte ich mich so etwas im Leben nicht getraut aber mittlerweile erschien es mir nicht mehr als problematisch. Die Nachbarin sass, wie gewöhnlich, vor dem Haus und ich schwebte an ihr vorbei hinauf in die Wohnung. Weit kam ich nicht, denn sie rannte mir schreiend hinterher. Ich konnte einen kurzen Blick in den Eingangsbereich und die Küche erhaschen aber dann zog es mich schon zurück in meinen Körper. Ich konnte erneut starten und stellte fest, das draussen schönster Sonnenschein war, was nicht dem aktuellen Wetter entsprach. Ich war also bereits in einer parallelen Realität gelandet und beschloss, einen anderen Nachbarn ein Haus weiter zu besuchen. Es war jedoch nicht sehr interessant und so flog ich einfach darauf los ins Blaue. Unterwegs kam mir der Gedanke, einen Bekannten zu besuchen. Ich visualisierte sein Gesicht und wiederholte in Gedanken seinen Namen. Nach einem langen Flug gelangte ich an einen See. Ich traf auf einen ca. 40-jährigen Mann und wir begrüssten uns mit Handschlag. Sein Name war Hartmut, er hatte braune Augen und Haare, war ca. 1,80m gross und vom Typ her am Besten mit junger Dozent zu beschreiben.
Kurz darauf kam eine junge Frau mit blond-braunen Haaren, stufig geschnitten bis zu den Schultern. Sie hatte eisblaue Augen, wie ein Husky, mit denen sie durchringend in die Gegend blickte. Sie trug ein Kitty-T-shirt, eine schwarze Lederjacke und hatte einen Mofahelm unterm Arm. Sie war ca. 16-20 Jahre alt und zeigte mir eine kitschige Mädchenuhr, die sie gefunden und repariert hatte. Sie hiess Lena und schüttelte mir ebenfalls die Hand. Wir schienen hier verabredet zu sein und hatten uns wohl schon öfter getroffen, woran ich mich jedoch nicht erinnern konnte. Hartmut und Lena unterhielten sich eine Zeit lang mit mir und sagten mir, sie hätten es sehr gut gefunden, dass ich dieses Mal ganz langsam aus dem Haus geschwebt sei und nicht sofort losgestochen. Sie sprachen auch über ein paar andere Fortschritte, die ich gemacht hatte und stellten mir Fragen. Von meiner Seite aus wollte ich gerne fragen, warum es mir bisher noch nicht gelungen war, den Bekannten zu besuchen, liess es aber bleiben. Ich hatte anschliessend mehrere Blackouts, wurde mir jedoch im weiteren Verlauf des Traumes immer wieder bewusst, dass ich träume. So befand ich mich einmal in meinem ehemaligen Elternhaus. Ich war alleine dort, in der Küche herrschte das total Chaos. Und da dämmerte mir, das etwas nicht stimmen konnte. Ich bohrte einen Finger durch einen Plastikeimer der auf dem Boden stand, was problemlos möglich war und somit wusste ich: dies ist ein Traum! Mir kam der Gedanke nach einem Kalender zu suchen um zu sehen, in welcher Zeit wir uns befanden. Ich entdeckte einen und las dort "2100". "Wow" dachte ich, "das ist in der Zukunft! Und nicht nur ein paar wenige Jährchen sondern über 80 Jahre!" Ich vergewisserte mich nochmals, ob ich wirklich die Zahl richtig gelesen hatte. Sie verschwamm nicht und es blieb bei 2100. Kurz überlegte ich, ob Jahreszahlen im Alltag tatsächlich auch vierstellig waren aber nach einem Moment der Ungewissheit war mir klar, dass es auf jeden Fall so war. Dann kam meine Familie nach Hause. Sie waren alle grau angezogen, die Frauen in einer Art Businesskostüm und die Männer in Anzügen. Alle hatten blondierte Haare und trugen schicke, modische Brillen. Auf mich wirkten sie uniformiert und ich wunderte mich über diese Zukunftsversion meiner Familie. Ich ging dann relativ schnell, flog einfach zum Fenster hinaus auf zu neuen Ufern. Ich landete in einer Stadt, in der viele Leute waren. Aus der Halle eines schönen, alten Schloss ähnlichen Gebäudes drang Musik. Ich flog dorthin und sah, dass ein Tanzkurs gegeben wurde, an dem viele Leute teilnahmen. Manche waren sogar verkleidet, trugen orientalische Gewänder usw. Ich erkannte eine Frau, die im Alltag eine Zeit lang bei derselben Arbeitsstelle wie ich gewesen war. Wir kamen ins Gespräch und sie meinte, sie hiesse Emma. Ich sagte ihr, dass ich sie aus dem Alltag mit dem Namen L kenne. Sie wusste nicht, was sie mit diese Information anfangen sollte. So half ich nach, erklärte dass wir gerade am Träumen waren und unsere Körper in der Alltagsrealität in ihren Betten lägen und wir uns eben aus dieser Realität auch kennen würden und sie dort L hiesse. Sie starrte mich mit offenem Mund an und musste das Gesagte erst einmal verdauen. Ich verabschiedete mich kurz darauf und setzte wieder zu einer langen, wunderbaren Flugreise an. Zeitweise griff ich mir eine Wolke, die ich beliebig formen konnte. Einmal machte ich aus einer Wolke eine Art Himmelsroß, auf dem ich durch die Lüfte galoppierte, bevor ich sie weiterziehen liess. Als ich erwachte, konnte ich mich grob daran erinnern, dass ich noch viele weitere Szenen erlebt hatte, aber leider waren mir die Details entfallen.

Sehr spannend war für mich das Zusammentreffen mit Hartmut und Lena und ich hoffe, ich werde sie bald wiedersehen. Entweder waren sie im Traum Freunde von mir oder Lehrer oder aber ich war mit ihnen in einer Gruppe, in der wir zusammen lernten. Es war das erste Mal, dass sich mir jemand im Traum so breitwillig vorgestellt hatte und auch das vage Wissen, dass wir uns dort verabredet und schon öfter getroffen hatten, fasziniert mich.

0 Kommentare

Kommentar veröffentlichen

Vielen Dank für deinen Kommentar! Er wird demnächst frei geschaltet.