In den Morgenstunden war ich nochmals eingeschlafen und bekam den Moment mit, in dem mein Bewusstsein den Körper verliess. Ich merkte, dass ich die neue Schlafbrille anhatte, die ich vor wenigen Tagen gekauft hatte, um die Zirbeldrüsen Übungen, die ich beim Workshop gelernt hatte, in völliger Dunkelheit absolvieren zu können. Als ich heute früh aufgewacht war, hatte ich sie angezogen, weil es draussen schon hell war und ich einmal ausprobieren wollte, wie es sich mit so einer Brille schlafen lässt. Nun trug also auch mein Astralkörper eine Schlafbrille und hinderte mich daran, etwas zu sehen. Ich erinnerte mich, wie wir beim Workshop darüber gesprochen hatten, welche Kleidung man ausserkörperlich anhätte und ob man z.B. eine Schlafbrille tragen würde, wenn man im Moment der ausserkörperlichen Erfahrung auch im Bett eine trug. Ich musste schmunzeln bei dem Gedanken daran und konnte tatsächlich erst etwas sehen, als ich die Schlafbrille zur Seite schob. Ich ging hinüber ins Wohnzimmer und traf dort auf einen Mann, der bestimmt einen Kopf grösser war als ich und sich gerade umsah, wo er seine Möbel hinstellen würde. Er schien hier einziehen zu wollen, woraus ich folgerte, dass er in dieser Realität mein Freund war.
Ich hatte ihn noch nie gesehen und er kam mir überhaupt nicht bekannt vor. Ich versuchte, mir sein Gesicht einzuprägen, damit ich ihn im Alltag wiedererkenne könnte. Auch fragte ich ihn nach seinem Namen, den ich als seine Freundin zwar eigentlich wissen sollte, aber es schien ihn nicht weiter zu irritieren. Ich fragte insgesamt 3x nach und bekam jedes Mal eine andere Antwort. Den ersten Namen vergass ich leider sofort wieder, der zweite Name klang türkisch und ich konnte mir nicht vorstellen, dass das sein richtiger Name war und der dritte Name erinnerte mich an den eines bekannten Schauspielers, was auch nicht stimmen konnte. Ich fand ihn nicht sehr kooperativ und versuchte weiterhin, ihm Informationen zu entlocken. An einem Punkt erklärte ich ihm sogar, dass ich das alles wissen wollte um ihn wiedererkenne zu können, falls ich ihn im Alltag mal traf, aber auch damit konnte ich seine Aufmerksamkeit nicht erregen. Schliesslich kam ich auf die Idee, ein bißchen vor ihm herumzufliegen und ihm, wenn möglich, ebenfalls das Fliegen beizubringen. Ich schwebte in die Luft, drehte mich langsam hin und her, flog ein paar Loopings und beobachte sein Gesicht. Er konnte mich sehen, das war schon mal ein klarer Vorteil. Wenn ich bisher vor Leuten durch die Luft geschwebt bin, haben sie mich entweder gar nicht mehr wahrgenommen oder sie blickten völlig irritiert in meine Richtung, konnten mich aber nicht sehen. Der junge Mann schien angestrengt nachzudenken und gerade als ich seine Hände fassen wollte, um ihn auch in die Luft hochzuziehen, machte es "klick" und ich kam in einem Bus zu mir. Hinter mir sassen ein paar türkische Frauen und erwähnten mehrmals den Namen, den mir der Mann an zweiter Stellen genannt hatte. Ich dachte, ich sei nun im Alltag gelandet und freute mich, dass ich ein Element des Traumes hier tatsächlich wiederentdecken konnte. Ich hatte auch wieder meine Schlafbrille dabei, die ich anzog um während der Fahrt etwas schlafen zu können. Ich erwachte in dem Moment als der Busfahrer alle Gäste aufforderte, den Bus zu verlassen, da wir die Endstation erreicht hätten. Nicht nur ich hatte meine Haltestelle verpasst und es gab Diskussionen, wie wir nun zurück kämen. Ich dachte, der Bus würde nach einer Pause doch sicherlich dieselbe Route zurücknehmen aber dem war nicht so und wir mussten zu Fuss zurückgehen. Als ich meine Stadt erreicht hatte, entdeckte ich einen Nachbarn von mir, der mit einer Gruppe unterwegs war. Einer aus der Gruppe, war ein Mann, der am Vortag neben mir beim Mittagessen gesessen hatte. Leider reichte diese Erkenntnis nicht aus, dass ich mir darüber bewusst wurde, mich immer noch in einem Traum zu befinden. Schliesslich passiert es mir Alltag recht häufig, dass mir fremde Menschen auffallen, die ich dann an völlig anderen Orten wiedersehe, wie ich hier berichtet hatte. Und auch als ich wenige Momente später von einer Frau angesprochen wurde, dass meine Schuhe, die zweithässlichsten wären, die sie jemals gesehen hätte, fand ich das einfach nur ziemlich frech von ihr, kam aber nicht auf die Idee, dass dies ein Traum sein könne, auch nicht als ich feststellte, dass meine Schuhe in der Tat etwas komisch aussahen. Da hatten die Traumzeichen des Unterbewusstseins nicht ausgereicht, um mir nochmals zu einem luzideren Moment zu verhelfen.
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