Sonntag, 2. März 2014

Die innere Führung

Was meinen Entwicklungsweg zur luziden Träumerin und AKE'lerin anbelangt, so bin ich nun an einem Punkt angelangt, an dem das Thema "innere Führung" oder man könnte auch sagen "aktive Passivität" immer wichtiger wird. Ich werde im Folgenden einen Überblick darüber geben, was ich bisher auf meinem Weg erfahren durfte und welchen Fragen und Hindernissen ich begegnete. In diesem Zusammenhang ist es mir auch wichtig zu erwähnen, dass ich davon ausgehe, dass diese innere Führung von vorne herein zum Ziel hatte, mich an diesen Punkt zu bringen, an dem ich nun stehe. Dies war ein sehr langer Prozess aber die innere Führung war so nett und ist dabei verhältnismässig sanft mit mir umgegangen. Natürlich habe ich einige Ehrenrunden gedreht, besonders dann, wenn mir der Sinn bestimmter Erfahrungen einfach nicht in den Kopf wollte und ich nicht bereit dazu war, Ansichten darüber, wie mein Leben laufen sollte, zu revidieren und mich auf etwas Neues und Unbekanntes einzulassen. In manchen Fällen schrammte ich auch knapp an einer Katastrophe vorbei und mein Leben nahm in letzter Sekunde eine 180° Wendung um einem völlig anderen Schienenstrang zu folgen. Zumindest aus meiner Perspektive wirkte dies so, für die innere Führung war das vermutlich von langer Hand geplant und sie hatte mich Stück für Stück an die jeweils neue Realität herangeführt. Wäre sie zu forsch an die Sache herangegangen, hätte ich sicherlich blockiert und gar nicht mitgemacht und davon hätten weder sie noch ich etwas gehabt.

Der Kontakt mit dem Phänomen ausserkörperliche Erfahrungen begann für mich Mitte der 90er, als ich während eines Mittagschlafs spontan eine AKE erlebte und aufgrund der Art der Erfahrung und des Erlebens keinerlei Zweifel für mich daran bestanden, dass ich mich tatsächlich ausserhalb meines Körpers befunden hatte. Ich war sehr fasziniert von diesem Erlebnis und es erweiterte meine Vorstellung davon, was nach dem Tod geschehen könnte, aber es führte nicht dazu, dass ich dem Thema intensiver auf den Grund ging. Dies wäre damals auch noch gar nicht so einfach gewesen, es gab für die breite Masse noch kein Internet und ich befand mich zudem gerade in den USA, wo ich relativ abgeschieden auf dem Land wohnte und nur selten zum Einkaufen kam, da ich weder Auto noch Führerschein hatte. Wenige Jahre später ereignete sich eine weitere ausserkörperliche Erfahrung und nach diesem Erlebnis war ich nun doch sehr neugierig geworden. Der nächste Buchladen war nicht weit und in der spirituellen Ecke entdeckte ich sogar etwas zum Thema AKE. So konnte ich nun einen vertiefteren Einblick in dieses Phänomen bekommen. Dabei blieb es dann aber auch wenngleich ich ab dieser Zeit begann, interessante Träume zu notieren, allerdings nicht regelmässig sondern nur dann, wenn ein Traum derart eindrücklich gewesen war, dass ich ihn ohne grosse Mühe erinnern konnte. Wenige Jahre später begann eine Phase, in der ich viele sozusagen missglückten AKEs erlebte. Ich hatte in dieser Zeit sehr zu kämpfen mit dem Thema Körperstarre. Immer wieder wachte ich auf bzw. ich meinte, ich sei wach, aber ich konnte nicht mal den kleinen Finger rühren und es fühlte sich so an, als bekäme ich keine Luft mehr. Gerne hätte ich in diesen Momenten um Hilfe gerufen aber auch meine Stimme versagte. Irgendwann war diese Phase durchgestanden und ich erlebte die Körperstarre nur noch selten und wenn ich sie erlebte, wusste ich mittlerweile, dass es nur vorübergehend war und ich verspürte keine Angst mehr.

In der nachfolgenden Zeit begann ich richtige AKEs zu erleben, die Häufigkeit und Art der Erfahrungen war fast immer gekoppelt an das, was sich sonst in meinem Leben abspielte. In Zeiten mit viel Veränderung oder auch in Zeiten, in den ich mich psychisch gestresst fühlte, stellten sich die meisten Erlebnisse ein. Auf Träume legte ich in diesen Jahren immer noch kein grosses Augenmerk und erst als ich damit begann, mich intensiv mit AKEs auseinanderzusetzen und auch den Wunsch entwickelte, bewusst zu üben und Experimente zu machen, begann ich damit, meine Träume regelmässig zu notieren. Mir fiel dann auf, dass es in den Träumen immer wieder auch zu prä-luziden oder luziden Sequenzen kam. In diesen Momenten empfand ich eine unterschiedlich hohe Klarheit, jedoch war das Erleben immer ganz anders verglichen mit der hohen Bewusstheit, die ich in den ausserkörperlichen Erfahrungen empfand. Dennoch wurde mir klar, dass es hier auch viele Mischformen gab. Von einer ausserkörperlichen Erfahrung konnte man in einem Traum gelangen und umgekehrt. Auch erfuhr ich, dass es sogennante "geträumte AKEs" gab. Dies bedeutet, man erlebt eine ausserkörperliche Erfahrung aber diese spielt sich nicht in der Dimension ab, die der materiellen Ebene entspricht, in der man normalerweise lebt. Wenn man den Körper verlässt und sich im Zimmer umschaut und dabei alles haargenau so ist, wie man es auch aus dem Wachbewusstsein kennt, dann ist dies eine normale AKE. Wenn jedoch manche Details anders sind, als man dies aus der Wachrealität kennt, wenn z.B. die Bettwäsche eine andere Farbe hat, sich die Tür an einer anderen Stelle befindet oder man plötzlich andere Möbel im Zimmer vorfindet, dann hat bereits ein Wechsel in eine parallele Realität stattgefunden. 

Von diesen Realitäten gibt es unzählige und es passiert meiner Erfahrung nach wirklich sehr leicht, dass man in solch einer Nebenrealität landet und nicht in der Realität, die der materiellen Ebene entspricht, aus der man seine Reise angetreten hat. Lange Zeit legte ich viel Wert darauf, mir sofort nach dem Austritt darüber klar zu werden, ob ich mich nun in der "richtigen" Realität befand oder ob ich bereits wo anders hin gewechselt hatte. Beim Verlassen meines Schlafzimmers durch das Fenster achtete ich immer auf das Wetter und die Temperatur, ob dies dem entsprach, was ich zuvor im Wachbewusstsein wahrgenommen hatte. Wenn ich unten auf dem Hof angelangt war, nahm ich die Umgebung unter die Lupe und verglich diese mit der gewohnten Alltagsrealität. Sobald ich aber etwas unternehmen wollte, war es naheliegend, dass ich die Realität wechseln würde. Denn wenn ich mir z.B. vornahm, jemanden zu besuchen und zu dieser Person zu fliegen, dann war die Distanz zu dieser Person genau gleich gross wie in der Alltagsrealtität. Aus diesem Grund hatte ich auch oft den Eindruck, mit meiner Fluggeschwindigkeit würde ich niemals bei der gewünschten Person ankommen. Bei all diesen Besuchsversuchen landete ich somit regelmässig in parallelen Realitäten. Ich merkte das auch häufig daran, dass die Personen anders aussahen, als ich sie aus der Alltagsrealität kenne. Es liess sich deshalb auch nie wirklich nachprüfen, ob ich mit meinem Besuch "richtig lag", ob ich etwas in Erfahrung hatte bringen können womit beweisbar war, dass ich jemandem tatsächlich einen ausserkörperlichen Besuch abgestattet hatte.

Obwohl ich immer noch sehr darauf programmiert bin, meine Umgebung nach einem Austritt aus meinem Körper quasi auf "Richtigkeit" zu prüfen, ist die Frage, in welcher Realität ich mich nun befinde, mittlerweile nicht mehr besonders wichtig für mich. Viel wichtiger ist mir das Erlebnis an sich, was ich jeweils dabei lernen kann und welche Erkenntnis sich mir dadurch erschliesst. Dazu kommt, dass ich in den vergangenen Jahren in Bezug auf ausserkörperliche Experimente häufig etwas ratlos gewesen bin. Denn ausser meine Umgebung auf Richtigkeit zu prüfen und die Versuche, verschiedenen Personen einen Besuch abzustatten, war mir keine Idee gekommen, was ich sonst noch hätte unternehmen können. Eine relativ naheliegende Idee bzw. Technik, die ich bereits im Alltag häufig praktiziere, kam mir erst vor kurzer Zeit in den Sinn. Es geht darum, den Verlauf der Dinge der inneren Führung zu überlassen. Seit ungefähr einem Jahr bin ich daran, meinen Alltag so zu gestalten, dass es so wenig wie möglich fixe Termine gibt. Natürlich gibt es Dinge, die erledigt werden wollen, wie Arbeiten gehen, Einkaufen, Kochen, Hausarbeit usw. aber ich versuche die Ausführung dieser Aufgaben so flexibel wie möglich zu gestalten und dabei immer in Kontakt mit meiner inneren Führung zu bleiben. Was meine Arbeitszeiten betrifft, so kann ich diese glücklicherweise relativ frei gestalten. Wichtig ist einfach, dass die Arbeit gemacht wird und dabei die Personen (Kunden, Mitarbeiter etc.), die mit meiner Arbeit zusammenhängen, entsprechend berücksichtigt werden. Bei einer flexiblen Arbeitsgestaltung kann dies dann zwar auch einmal bedeuten, dass ich bis abends um 9 Uhr im Büro sitze aber dafür konnte ich an einem anderen Tag spontan frei nehmen oder erst Mittags im Büro erscheinen weil ich am Vormittag im Bett liegen blieb und noch eine spannende AKE erlebte.

Die Technik, nach innen zu hören, ist auch besonders hilfreich in Momenten, in denen etwas Unvorhergesehenes passiert und man erst mal nicht weiss, wie man darauf am Besten reagieren soll. Mit der nötigen Distanz zeigen sich viele Ereignisse in einem anderen Licht und anstatt in eine typische Reaktionsweise zu verfallen, auf die Art wie man in ähnlichen Situationen in der Vergangenheit immer reagiert hat, ist es hilfreich erst einmal inne zu halten, das Geschehene wirken zu lassen und hineinzuspüren, welche Lösungsmöglichkeiten die innere Führung anbietet. Seit ich diese Technik vermehrt anwende ist mein Leben sehr viel angenehmer und leichter geworden. Auch in ganz praktischen, alltäglichen Dingen bekomme ich Hinweise, was noch zu erledigen ist oder wie ich am Besten vorgehe. Beispielsweise hatte ich vor längerer Zeit ein Buch aus der Bibliothek ausgeliehen. Ich hatte es zur Hälfte gelesen und war nicht mehr ganz so interessiert daran, liess es aber noch bei mir liegen, weil die Rückgabefrist sowieso erst in sechs Wochen abgelaufen war und ich vielleicht doch auch noch den 2. Teil lesen würde. Eines morgens beim Frühstück fiel mein Blick auf das Buch, welches zusammen mit anderen Büchern in einer Ecke lag und meine innere Stimme sagte, ich solle es nun zurückgeben. Als ich den Rückgabetermin kontrollierte, war dieser am nächsten Tag. Da hatte die innere Führung sogar netterweise noch einen extra Tag einberechnet und es war somit kein Problem, das Buch rechtzeitig zurück zu geben.

Im Bezug auf ausserkörperliche Erfahrungen und luzide Träume habe ich nun vor kurzer Zeit neu entdeckt, dass es möglich ist, sich während der Erfahrungen ganz bewusst an diese innere Führung zu binden und den weiteren Verlauf der Ereignisse ihr zu überlassen. Man könnte dies auch "aktive Passivität" nennen, denn wenn ich bisher zwar häufig auch schon recht passiv als Beobachterin des Geschehens in meinen Erfahrungen unterwegs war, so habe ich jetzt damit begonnen, aktiv das Kommando an meine innere Führung zu übergeben. Von einem meiner ersten Erlebnisse dieser Art werde ich in Kürze berichten. Mein Ziel für die nächsten ausserkörperlichen und luziden Erfaherungen ist es nun, ganz bewusst diese innere Führung anzupsrechen und ihr aktiv das Zepter zu überlassen. Ich bin sehr gespannt darauf, wohin mich diese Reise führen wird.

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